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Dann gibt es da noch ein großes Anschlussfeld, das doch sehr an einen Desktop-PC erinnert, und in der Tat steckt ein solcher als Rechenwerk und Kontrollinstanz im Kern des Ganzen. Aber keine Angst: Der PC tritt als solcher im täglichen Amethyst-Gebrauch niemals zu Tage, er bleibt als Rechenknecht mit seinem potenten 1,8 Gigahertz-Intel-Doppelkern-Prozessor hinter den Kulissen. Er ist überhaupt nur deshalb im Einsatz, weil gängige DSPs, wie sie beispielsweise die Raumkorrekturen in Surround-Receivern verwenden, für die Berechnungen im Trinnov deutlich zu schlapp sind. Arnaud Laborie verriet auf einer Messe, dass sie zwölf bis sechzehn der gängigen Hochleistungs-DSPs vom Typ Sharc verwenden müssten, damit der Amethyst so funktioniert, wie er es mit einer Intel-Doppelkern-CPU kann. Zum Vergleich: In High-End-Surround-Receivern kümmern sich in der Regel zwei Sharcs um bis zu zwölf Kanäle! Alleine das macht klar: Hier spielt ein anderes Kaliber. Die notwendige Kühlung für den integrierten Rechner und die wunderbar aufgeräumt wirkende Audio-Elektronik mittels zweier langsam rotierender Ventilatoren war im Hörtest fast schon unglaublich leise. Wenn man nicht das Ohr direkt ans Gehäuse hält, glaubt man nicht, dass es bewegte Teile beherbergt. Das ist perfekt.

Sensationen im Detail

Wer das Anschlussfeld genauer betrachtet, dem fällt auf, dass der Amethyst für alles zweikanalige Eingänge besitzt, aber in allen Signalarten vier Kanäle als Ausgang bereitstellt. Die kann man ganz unterschiedlich nutzen: entweder für zwei Anlagen, für zwei Räume, als Zweiwege-Frequenzweiche für eine Aktiv-Box oder dank integriertem Bassmanagement für die Kombination von ein oder zwei Subwoofern mit den Hauptlautsprechern. Und genau das ist mit dem Trinnov ein Knaller. So viel sei vorweggenommen: Mit nichts anderem als dem Amethyst lassen sich Subwoofer so nahtlos mit Stereo-Lautsprechern verschmelzen.

An Zubehör gibt es eine WLAN-Antenne für den drahtlosen Anschluss an das lokale Netzwerk und die schlanke, elegante Infrarot-Fernbedienung für die Handhabung im Alltag. Weiter findet sich im großen Karton eine kleine, edel gemachte Pappschatulle mit eingeprägtem Markenlogo. Sie enthält eines der ersten Forschungsergebnisse aus den frühen Tagen Trinnovs und ein Schlüsselelement für die gesamte Raumkorrektur: das 3D-Mikrofon »qMic V8«. Es hat etwa die Größe einer Getränkedose, ist mit einer ausgefuchster Elektronik im Korpus ausgestattet und verbirgt unter einer transparenten zylindrischen Schutzhaube vier Messmikrofone in pyramidenförmiger Anordnung. Damit lassen sich mit nur einer Messung nicht nur die energetischen und zeitlichen Dimensionen eines Punkts im Raum als gemischte Summe erfassen, wie dies alle anderen Messmikrofone auch machen, sondern das gesamte räumliche Gefüge und die Richtung des eintreffenden Schalls sphärisch auf ein Grad genau bestimmen. Damit ist Trinnov in der Lage, beispielsweise Direktschall von Ersten Reflexionen und Raummoden von Diffusschall zu separieren. Erst diese dreidimensionale Analyse ermöglicht den Franzosen die einzigartige, selektive Korrektur einzelner Parameter.

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