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Kinderleicht soll nun also die Installation einer kompletten Heimkino-Anlage vonstatten gehen. Wer sich in den vergangenen Jahren dieser Aufgabe gestellt hat, weiß, dass das gar nicht so einfach ist. Man muss durchaus Vorkenntnisse mitbringen, sich informiert haben und grob wissen, welcher Anschluss zu was gehört und Fachbegriffe in Anleitungen nachlesen. Anschließend spielt die Anlage hoffentlich brauchbar, man bekommt ein mehr oder weniger anständiges Bild auf die Mattscheibe, und es liegen hernach ein halbes Dutzend Fernbedienungen auf dem Tisch. Tja, blöd, denn einerseits verkaufen sich Komponenten mit mehr Funktionen und Anschlüssen besser, weshalb die Hersteller immer mehr Features in ihre Produkte packen, andererseits ging in den vergangenen Jahren das Handling für den Nicht-Profi komplett verloren.

Das war also die Ausgangssituation für die Bose-Entwickler, als sie sich dranmachten, ein cleveres Bedienkonzept zu kreieren, mit dem auch technische Laien klarkommen. Es war wie bei Apple vor ein paar Jahren, als Steve Jobs und seine Mannen Smartphones funktional zwar ganz toll fanden, doch die Geräte schienen angesichts der bestehenden Konzepte nur für Technikfreaks in Frage zu kommen. Also ignorierten sie bestehende Lösungen, warfen vor allem unnötigen Ballast von Bord und entwickelten einen komplett neuen Bedienmodus – das iPhone war geboren. Das neue Konzept schlug ein wie eine Bombe, denn alle Funktionalitäten eines Smartphones waren nun zum ersten Mal von wirklich jedermann zu nutzen.

Mit dem »Unify«-Konzept möchten Bose-Konstrukteure einen ähnlichen Weg beschreiten. Die neuen Lifestyle-Produkte sollen, befreit von Schnickschnack und Fachbegriffen, den Musikfreund im wahrsten Sinne des Wortes selbsterklärend durch den Dschungel der Technik leiten. Im täglichen Gebrauch soll die komplexe Technik hinter den Kulissen vergessen werden. Im Fokus steht dabei Otto-Normal-Anwender und nicht der Heimkinofreak. Die Idee: Jeder, der lesen und einen Schraubenzieher halten kann, soll eine Lifestyle-Anlage mit Unify aufbauen, einrichten und anschließend stressfrei genießen können. Die Bedienung aller Geräte, auch der Quellen und des TV-Geräts, die nicht von Bose stammen, sollen mit dem einen Handgeber des Lifestyle-Systems bedienbar sein. Soweit also der Plan.


Vorkenntnisse sind nicht notwendig

Tja, gar nicht einfach, sich als Tester in dieses Denkmuster hineinzubegeben und bei Aufbau und Montage alles zu »vergessen«, was man weiß. Aber die i-fidelity.net-Mannschaft gibt stets ihr Bestes, und so bestellte die Redaktion das aktuelle Topmodell Lifestyle V35 in ihr Referenzkino. Dessen Lieferung kündigte sich so an, dass der Paketbote darum bat, ihn beim Schleppen eines wahrlich großen und zwei kleineren Kartons zu unterstützen. Der riesige Karton bietet zwar zwei Griffmulden, aber alleine möchte man den wirklich nicht die Treppe hochwuchten. Die zwei kleineren Kartons mit den Lautsprecherständern schwebten dagegen fast alleine die Stufen hoch. Kurze Zeit später wagten sich dann Chefredakteur Olaf Sturm und Heimkino-Spezialist Raphael Vogt an den Selbstversuch als Home-Entertainment-Laien, gemäß dem bekannten Motto des Physiklehrers aus der »Feuerzangenbowle« beim Erklären der Dampfmaschine: »Do stelle 'mer ons mal janz domm!«

In der Tat benötigt man auch für den Aufbau dieser Anlage ein wenig Werkzeug: ein Messer zum Öffnen der Verpackungen und einen Kreuzschlitzschraubendreher, oder wer hat, einen entsprechenden Akkuschrauber. Das war es aber glücklicherweise schon. Trotz des mental unterdrückten Fachwissens begannen die Tester instinktiv richtig mit der Montage der beiden Ständerpaare, damit man später die ausgepackten Lautsprecher auch gleich darauf befestigen kann. Ein Analphabeten-tauglicher Faltplan erklärt vorbildlich die in der Tat simple Montage: Gummifüße an die Bodenplatte kleben, Stange richtig herum einstecken, Unterlegscheibe mit korrekt ausgerichtetem Kabelschlitz auflegen, festschrauben, fertig. Die nun durchgängige Kabelnut nimmt später das Lautsprecherkabel auf und lässt sich mit der beiliegenden Gummidichtung quasi unsichtbar verschließen. Bis hierhin hält Bose alle Versprechen.

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