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  • Seite 6 Testergebnis Primare NP30
Der Primare NP30 bietet sowohl einen USB-A- als auch einen USB-B-Anschluss.

Im Hörraum probierten die Tester alle nur erdenklichen Ein- und Ausgangssignale an dem Schweden aus. Dank der integrierten Lautstärkeregelung, die in 79 Stufen dosierbar ist, testeten sie sogar den direkten Anschluss an aktive Studio-Monitore. Die sechs Meter langen symmetrischen Leitungen ließen die kräftigen Ausgangstreiber jedenfalls kalt. Und obwohl die Lautstärkeregelung digital arbeitet, ließ sich praktisch kein Auflösungsverlust oder andere störende Effekte wahrnehmen, das scheint alles technisch sauber gelöst zu sein. Selbst für solch eine extrem puristische Lösung – Wandler, Aktivlautsprecher, fertig – taugt der NP30 also.

Was die Eingangsseite angeht, so gab es erwartungsgemäß keinerlei Auffälligkeiten bei konventionellen digitalen Quellen. Ein per USB angeschlossenes iPad klang präzise und klar. Ein Memorystick mit Musikdateien in diversen Formaten ließ sich per App schnell und übersichtlich navigieren. Das galt erst recht für die Musik vom lokalen Server. Die ließ sich mit allen gängigen UPnP-Steuer-Apps – auch von anderen Betriebsystemen wie Android – wie Plug-Player oder UPnPlay problemlos kontrollieren. Der Vorteil der Primare-eigenen App liegt aber unter anderem darin, dass damit ein Vor- und Rückspulen im laufenden Titel möglich ist, was über generisches UPnP nicht möglich war. Der USB-Audio-Eingang benötigt für Windows einen angepassten Treiber, den es kostenlos bei Primare zum Download gibt. Aktuelle Apple-Computer benötigen keinen Extratreiber, sie können direkt angestöpselt werden. Versuche mit dem Hörraum-Laptop mit Windows7 und dem JRiver Mediaplayer zeigten keinerlei Probleme.

Musikalisches Grundverständnis

Der Klangcharakter des NP30 reiht sich in die Primare-Familie gut ein. Alles klingt straff und kontrolliert, aber nie streng, sondern gut zupackend und dabei stets geschmeidig und mit gutem Rhythmusgefühl. Wer es lieber zurückhaltend mag, der liegt mit dem Primare falsch. Wer sich als rein analytischer Hörer versteht, ebenso. Wer einfach gerne zuhört und mit dem Fuß wippt und dabei ein Glas Rotwein genießt, der sitzt hier richtig. Der Primare hat etwas Mitreißendes, das dabei aber sehr unaufdringlich bleibt. Dass die Signale intern ordentlich behandelt werden, hört man schon daran, dass sich dieser Charakter durch alle Eingangssignale unabhängig vom Quellengerät oder ihrer Auflösung zieht. Nur merkt man eben, dass ein CD-Laufwerk besser klingt als ein MP3-File vom Memorystick und eine hochauflösende Flac-Datei vom Server eben noch tiefer in die Aufnahme hineinhorchen lässt. Nie erscheint das Klangbild nervös, stets bleibt die Abbildung stabil und greifbar und ohne jede – nicht schon in der Aufnahme selbst vorhandene - Betonung. Dadurch liefert der NP30 musikalisch auch lange Spannungsbögen kurzweilig ab, was vor allem Klassikhörer und Liebhaber von Jazz und Minimalmusic sehr zu schätzen wissen. Der Primare ist für Musikhörer genau richtig – wer lieber seine Anlage analysieren möchte, sollte sich einen anderen Wandler suchen.

Der eigens nach Deutschland gereiste Primare-Produktmanager Siemen Algra erklärte den hohen technischen Aufwand, den die Schweden beim NP30 betrieben haben. Der Wandler spielt Musik direkt von der Festplatte und vom Server – und das sogar per WLAN.
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