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  • Seite 7 Testergebnis Marantz AV8801

In Sachen Handhabung und Funktionen bietet der Surround-Preamp alles, was man auch von den großen, aktuellen AV-Receivern kennt. Die Front dominieren drei kreisförmige Elemente, links der Drehschalter für die Eingangswahl, rechts der Regler für die Lautstärke und in der Mitte ein ringförmig beleuchtetes (Licht abschaltbar) kleines Statusdisplay, das reduziert nur die aktuell wichtigsten Informationen präsentiert, in der Regel den gewählten Eingang und die Lautstärke. Eine sanft öffnende Klappe verbirgt dem ästhetisch bewussten Anwender das große, umfassende Display mit rund zwei Dutzend Tasten zur Bedienung aus der Nähe und Anschlüsse für nur gelegentlich eingesteckte Geräte vom Kopfhörer über das Einmessmikrofon, eine USB-Schnittstelle und digitales und analoges AV in HDMI und Cinch.

 

Zugang zum Internet

Die Rückseite bietet weitere sechs HDMI-Eingänge und drei -Ausgänge, einer davon dezidiert für eine weitere Hörzone. HDMI-seitig verarbeitet der Marantz selbstverständlich alle aktuell angesagten Funktionen vom Audio-Return-Channel für Ton vom Fernseher ohne Extra-Kabel bis zu den kommenden UHD1-Auflösungen (4K) mit vierfacher Full-HD-Pixelzahl. Einige traditionelle Anschlüsse reduzierten die Entwickler auch, so gibt es nur noch zwei digitale Cinch- und TOSlink-Eingänge und nur noch einen Antennenanschluss für den UKW-Tuner den dank digitalem Angebot immer weniger Anwender nutzen. Wie digital die Welt inzwischen ist, macht der AV8801 mit seinem integrierten LAN-Switch deutlich. Einen braucht die Kopplung an den häuslichen Router und dann bleiben drei Anschlüsse, um weitere netzwerkfähige Geräte zu verbinden, etwa den Blu-ray-Player, eine Spielekonsole und das Smart-TV.

Doch auch die analoge Seite bestückten die Japaner durchaus imposant. Das reicht vom Phono-Eingang auf der Audioseite bis zu immerhin noch drei der immer seltener werdenden HD-tauglichen Component-Video-Eingänge und zwei symmetrische XLR-Audio-Buchsen. Ausgangsseitig beschickt der AV8801 bis zu vier Zonen, drei in Stereo und die Main-Zone natürlich in Surround und dass mit immerhin bis zu 13 Kanälen inklusive der 3D-Formate mit Höhenkanälen von Dolby, DTS und Audyssey und zweier Subwoofer.

Doch der AV8801 will eine echte Highend-Komponente sein und so bauten die Entwickler ihn auch mechanisch und elektrisch so aufwändig auf, wie man das sonst von Marantz edlen Stereoverstärkern und -playern kennt. Schon der Blick durch den dreiteiligen Gehäusedeckel lässt das Kammersystem mit einem inneren, schirmenden Kupferkäfig erkennen. Löst man vorsichtig die ebenfalls kupfernen Schrauben der drei Abdeckungen kommen Elektronik-Gourmets gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Dabei sind es weniger die picobello aufgeräumten Platinen oder das üppig proportionierte Netzteil, die wirklich überraschen. Was einen staunen lässt, steht in einer breiten Reihe hinter der Frontplatte Spalier: dreizehn diskret aufgebaute HDAM-Ausgangstreiber. Diese patentierte Schaltung erfüllt die Funktion gewöhnlicher Operationsverstärker, nur sind die Signale stabiler, schneller und rauschärmer als bei den gängigen OP-Amp-ICs. Hier steht diese sonst in Highend-Verstärkern und -Playern in Stereo verbaute Schaltung für alle möglichen dreizehn Kanäle zur Verfügung. Auch dem vorangestellt hat sich der Aufwand gesteigert. Arbeiteten in Vorgängern einzelne Mehrkanal-D/A-Wandlerchips kümmern sich nun sieben Burr Brown PCM1795-Chips um je ein Kanalpaar. Alleine die Kombination aus den besseren Wandlern und den HDAM-Modulen verbessern Rauschabstand und Verzerrungen um mehr als den Faktor zwei gegenüber dem bisherigen AV7701.

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