Beide Komponenten basieren auf Erkenntnissen aus der Entwicklungsarbeit für die hauseigenen Stereo-Referenzen, den SACD-Spieler SA-10 und den Vollverstärker PM-10. Darüber hinaus weisen sie einige grundsätzliche Merkmale der Konstruktionen aller höheren Modelle auf, wozu vor allem resonanzoptimierte Gehäuse mit fünf Millimeter starken Aluminium-Deckeln und doppelwandigen Aluminium-Chassis zählen. Letztere werden verkupfert, um die Schaltungen und Bauteile effektiv elektromagnetisch abzuschirmen; zudem sind die kanalgetrennten Endstufen-Schaltungen im PM-KI Ruby durch eine verkupferte Aluminium-Trennwand vor gegenseitiger Beeinflussung geschützt. Sie arbeiten nach dem Prinzip eines Schaltverstärkers, wobei Marantz hier - ursprünglich für den PM-10 - eine eigene Lösung entwickelt hat, deren Frequenzgang weniger lastabhängig als konventionelle Class-D-Designs sein soll. Die Verstärkermodule sind sehr nahe an den Lautsprecheranschlüssen positioniert, um den Signalweg möglichst kurz zu halten. Ein zentral positionierter, gekapselter Ringkerntrafo speist für die Vorstufe und die Endstufenkanäle separat ausgeführte Netzteile.

Hohes dynamisches Potential

Neben fünf mit vernickelten RCA-Buchsen ausgestatteten Hochpegeleingängen verfügt der PM-KI Ruby über einen Phono-Eingang. Auf die ihm nachgeschaltete, für MM- und MC-Tonabnehmer geeignete Phonostufe haben die Ingenieure besonderes Augenmerk gerichtet: Ihre zweistufige Schaltung ist auf einen kurzen Signalweg getrimmt und kommt ohne Koppelkondensatoren und ohne eine Über-Alles-Gegenkopplung aus. Die erste Phono-Verstärkungsstufe ist mit parallel geschalteten JFETs aufgebaut; in der nachfolgenden Stufe finden sich »Hyper Dynamic Amplifier Modules«, die hier auch für die RIAA-Entzerrung zuständig sind. Diese diskreten Verstärkermodule wurden von Marantz entworfen und im Laufe vieler Jahre weiterentwickelt, sie übernehmen die Aufgabe konventioneller IC-Operationsverstärker. Je nach Gerätegattung und Baugruppe werden unterschiedliche Varianten verwendet: In der Vorverstärker-Ausgangsstufe des PM-KI Ruby sitzen HDAM-SA3-Module. Seine dedizierte Kopfhörer-Verstärkerschaltung ist darauf ausgelegt, mit sehr hochohmigen Exemplaren zu harmonieren und konnte das dynamische Potential des diesbezüglich allerdings relativ unkritischen Sennheiser HD 800 S (Impedanz 300 Ohm) zur Geltung bringen. Die elektronische Lautstärke-Einstellung wird mit einem Widerstands-Netzwerk realisiert und ermöglicht durch eine kanalgetrennte Absenkung des Gains in 0,5-Dezibel-Schritten auch die Einstellung der Balance.

Zu Zeiten von Saul Marantz gründete sich die Reputation der Marke natürlich auf ihren Verstärkerdesigns, doch Marantz hat inzwischen genug ausgezeichnete SACD-Spieler gebaut, um längst gleichermaßen als Digital-Spezialist gelten zu dürfen. Vor allem hat Marantz sich auch im Digitalbereich den »Luxus« geleistet, selbst Lösungen und Baugruppen zu entwickeln. Zu ihnen zählt der im SA-KI Ruby verbaute neue Laufwerksmechanismus SACDM3, dessen Leseeinheit außer Super-Audio-CDs und CDs auch CD-ROMs und DVD-ROMs auslesen kann. Neben einem regelbaren Kopfhörerausgang stehen als Eingänge und Ausgänge jeweils eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle mit RCA-Buchse und eine optische TosLink-Schnittstelle bereit. Zur Ausstattung des SA-KI Ruby gehört darüber hinaus ein asynchroner USB-Audio-Eingang, der mit einer Typ-B-Buchse ausgeführt ist. Er verarbeitet PCM-Datenströme (inklusive des DXD-Formats) bis zu 32 Bit / 384 kHz sowie DSD bis 11,2 MHz (DSD256). Für Speichermedien und Smartphones ist zusätzlich ein rückseitiger USB-A-Eingang vorhanden, der auch 5 Volt Ladespannung liefert.

Neben fünf mit vernickelten RCA-Buchsen ausgestatteten Hochpegeleingängen verfügt der PM-KI Ruby über einen ausgezeichneten Phono-Eingang. Auf die ihm nachgeschaltete, für MM- und MC-Tonabnehmer geeignete Phonovorstufe haben die Ingenieure besonderes Augenmerk gerichtet, was sich durch den Hörtest eindrucksvoll bestätigen ließ.