In Jahren zu immer höherer Perfektion getrieben: KEF Uni-Q.

Unterhalb von 350 Hertz arbeitet ein 16,5-Zentimeter-Chassis zur Übertragung des Tieftonbereichs. Die saubere Zuteilung der Frequenzen besorgt eine mit selektierten Bauteilen bestückte Frequenzweiche, die mit 24 Dezibel Flankensteilheit arbeitet. KEFs junger Entwicklungschef Dr. Jack Oclee-Brown hat bei dieser Entwicklung besonders darauf geachtet, dass das Abstrahlverhalten des Tieftöners exakt zum Uni-Q-Mittelhochtöner passt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die räumliche Abbildung des musikalischen Geschehens proportional richtig und vor allem vom Lautsprecher gelöst funktioniert. Wie exzellent diese Arbeit ausgeführt wurde, ließ sich nach dem Hörtest auch an den exzellenten Messwerten ablesen, die im i-fidelity.net-Labor ermittelt wurden.

Ruhiges Zuhause

Damit die beiden Chassis ihre Leistung optimal ausspielen können, brauchen sie ein ruhiges Zuhause. Das Gehäuse darf also möglichst wenig Energie schlucken und sich ebenfalls nicht erdreisten, die gehörte Musik mit Störgeräuschen anzureichern. Umfangreiche Computer-Berechnungen und in der Folge Messungen haben zu einem 18-Kilogramm schweren Korpus geführt, der die Klopftests zum Aufspüren von Resonanzen mit Bravour besteht. Alles andere wäre bei KEF auch eine Überraschung gewesen. Auf der Rückseite wurde das Bi-Wiring-Terminal unterhalb der strömungsoptimierten Bassreflexöffnung montiert. Um zwischen den Betriebsarten mit einem oder zwei Kabeln umzuschalten, muss nicht wie üblich eine Brücke entfernt werden, sondern es reicht der Dreh an einer Flügelschraube.

Im Hörraum traf die Reference I auf die KEF 205/2, die i-fidelity.net seit Jahren als zuverlässiger Bezugspunkt dient. Aufgrund der Abstrahleigenschaften der Chassis sollten die Lautsprecher nicht eingewinkelt werden. Hier hilft ein kurzer Versuch, um zu bestätigen, dass die parallele Aufstellvariante die richtige ist. Für die »Motorisierung« der Reference I eignet sich der Audionet-Vollverstärker SAM G2 hervorragend. Seine Auflösung, die Geschwindigkeit und die unlimitierte Energie machen in den meisten Fällen aus Musik ein Erlebnis. Ganz wichtig ist bei Schallwandlern dieser Güte, dass die ansteuernde Anlage von der Netzsteckdose bis zum Lautsprecherkabel harmoniert. Für gewöhnlich zeigen die Reference-Lautsprecher nämlich auch noch kleinste Ungereimtheiten auf, und das ist auch gut so.

Möglichkeit zur Anpassung an den Raum: Bei der Reference I kann das Bassreflexrohr mit einer 90°-Drehung entfernt und durch ein längeres ersetzt werden. Bei wandnaher Aufstellung lässt sich so verhindern, dass der Tiefton viel zu laut spielt – eine absolut sinnvolle Lösung.