Es gibt Menschen, denen vertraut man blind, auch wenn man nur ihren Namen kennt. Dem Autor dieses Berichts sagte beispielsweise der Name Carl Micallef vor der Inbetriebnahme der KEF Reference I gar nichts. Das hat sich inzwischen geändert: Carl Micallef ist Techniker bei KEF und bürgt mit seiner Unterschrift für die Serienkonstanz der englischen Schallwandler. Besonderes Augenmerk legt er dabei darauf, dass alle Lautsprecherpaare quasi eineiige Zwillinge sind. So wird eine der ganz wichtigen Voraussetzungen für hochwertigen Musikgenuss geschaffen und bei KEF sogar mit Carl Micallefs Unterschrift auf einem den Lautsprechern beiliegenden Zertifikat dokumentiert – das nennt man »vertrauensbildende Maßnahmen«.

Die neuen Reference-Modelle brechen mit dem Design ihrer Vorgänger in mehrfacher Hinsicht. Aus diesem Grund folgt nun auf die MK2-Versionen nicht MK3, sondern gleich eine komplett neue Baureihe. Sie besteht aus fünf Modellen für hochwertigen Zwei- und Mehrkanalbetrieb. Die Reference I ist ein Dreiwege-Lautsprecher, für dessen Betrieb separate Ständer notwendig sind. Im Interesse höchster Qualität bei der Musikwiedergabe ist die Platzierung auf einem Sideboard oder in einem Bücherregal nicht empfehlenswert. Akustisch passende Füße kommen nach wie vor aus dem dänischen Hause Audio Magic. Aber da neben den akustischen Eigenschaften auch die Optik eine Rolle spielt, bietet KEF ebenfalls eine empfehlenswerte Konstruktion an, die sich sogar per eingebauter Waage perfekt ausrichten lässt. Wichtig ist dabei, dass sich der Hochtöner in etwa auf Ohrhöhe befindet, wenn Sie Ihren Hörplatz eingenommen haben.

Apropos Hochtöner: Der sitzt mit seiner 25-Millimeter-Aluminiummembran im akustischen Zentrum des 12,5-Zentimeter-Mitteltöners. KEF bezeichnet diese koaxiale Anordnung seit über zwei Jahrzehnten als Uni-Q, der jetzt zum Einsatz kommende Treiber ist allerdings brandneu. Er verfügt über Technologien, die bisher nur im Traumlautsprecher »Blade« eingesetzt wurden. Dieses Uni-Q-Chassis kommt dem Ideal der Punktschallquelle besonders nah und hat eine beeindruckende Perfektion erreicht. So ist es KEF gelungen, das Phasenverhalten und die Abstrahlcharakteristik dank Tangerine-Waveguide-Technologie ein weiteres Mal zu steigern.

Mit Hilfe der »Link« getauften Flügelschrauben kann die Verbindung zwischen Tiefton und Mittel-Hochton getrennt werden. Auf diese Art kann dann Bi-Wiring beziehungsweise Bi-Amping erfolgen.