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Die dezente Baugröße für einen Standlautsprecher beschränkt den Hörer bei der Platzierung der NuLine 82 keinesfalls.

Vor 34 Jahren hat Günther Nubert beschlossen, alles besser zu machen – mittelmäßig klingende Lautsprecher gab es seiner Meinung nach schon genug. Nuberts Liebe zur Musik und sein Wunsch, diese so unverfälscht wie möglich zu reproduzieren, waren damals seine Motivation, das Hobby zum Beruf zu machen. Günther Nubert ist ein Entwickler, wie er im Buche steht. Er geht allen Details auf den Grund: Was macht der Lautsprecher im Raum? Warum sind Laufzeitdifferenzen zwischen zwei Chassis im Bass eher hörbar als in den Höhen? Wie muss das Rundstrahlverhalten für gute Musikreproduktion aussehen? – Alles Fragen, auf die Nubert schon lange Antworten gefunden hat.

Die Essenzen seines Tuns stecken in vier Boxen-Serien. Ganze zehn Modelle inklusive Center-, Surround- und On-Wall-Speaker plus drei Subwoofer gibt es beispielsweise in der NuLine-Serie. Alle Lautsprecher zeichnen sich durch ein zeitloses Design aus, erhältlich sind sie mit Kirsche- oder Buche-Echtholzfurnieren sowie alternativ in Schleiflack Weiß, Schwarz oder Silber. Die kleinste Standbox dieser Reihe, die hier vorgestellte NuLine 82, ist lediglich 86 Zentimeter hoch, weist aber gleich zwei 17 Zentimeter große Tiefmitteltöner vor. In Verbindung mit einer Bassreflexabstimmung kommt die NuLine 82 damit auf immerhin 54 Hertz untere Grenzfrequenz. Dies mag auf den ersten Blick nicht sehr tief sein, doch betrachtet man den möglichen Maximalpegel, dann ist das schon eine gute Leistung. Für Klangtüftler bietet die NuLine 82 am Anschlussterminal zwei Schalter: Der obere ist für eine Feineinstellung des Höhenpegels ab 5 Kilohertz gedacht, während der untere im Bassbereich 2 Dezibel mehr oder weniger Pegel zulässt.

Nubert-Tuning für Anspruchsvolle

Kunden mit Vorliebe für tiefste Bässe bietet Nubert eine weitere Besonderheit: »Aktive Tuning Module« (ATM) heißt ein kleines Elektronik-Kästchen aus dem Nubert-Sortiment. Eingeschleift zwischen Vor- und Endstufe oder zwischen CD-Spieler und Verstärker leistet es interessante Dienste. So erweitert es zum einen den hörbaren Frequenzbereich um fast eine Oktave nach unten und bietet zum anderen die Möglichkeit, die Tonalität in Grenzen nach Geschmack und vorhandener Raumakustik einzustellen. Das ATM kann dem Lautsprecher eine zu den Höhen hin stetig ansteigende oder abfallende Wiedergabekurve mitgeben, ist aber nicht zu verwechseln mit einem Equalizer. Und das Ganze ist sogar stufenlos einstellbar. Des Weiteren lässt sich via Regler der Basspegel unterhalb etwa 60 Hertz ebenfalls verstellen. Abgestimmt auf die NuLine 82, besitzt das Kästchen eine Entzerrung, die quasi spiegelbildlich zum Bassverlauf ausgelegt ist. Somit muss der Verstärker zwar deutlich mehr Leistung unterhalb 60 Hertz in die Boxen pumpen, doch dafür erhält man einen Tiefgang, der dreimal so großen Lautsprechern entspricht. Um die Bass-Chassis unterhalb der Bassreflexresonanz nicht zu überlasten, ist außerdem ein steilflankiges Hochpassfilter bei etwa 24 Hertz eingebaut, so dass die Lautsprecher von tieffrequentem »Rumpeln« diverser Aufnahmen befreit aufspielen können.

Sinnvolle Investition: Mit ATM-Modul aufgerüstet, spielt die NuLine 82 noch ein ganzes Stück erwachsener.
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