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Wer bitteschön, verbirgt sich denn hinter Bluesound? Ist das wieder eine dieser Computer-Unternehmungen, die plötzlich meint, als HiFi-Hersteller auftreten zu müssen, nur weil sie in der Lage ist, mit Netzwerktechnik umzugehen? Ich war vor diesem Test sehr skeptisch, da ich bislang in puncto Klang nur mit Streaming-Geräten klargekommen bin, die von etablierten HiFi-Herstellern kamen. Meine Recherche hat dann aber ergeben, dass Bluesound in Deutschland von Dynaudio vertrieben wird, und das ist schonmal nicht die schlechteste Referenz. Als ich dann auf der Bluesound-Webseite gelesen habe, dass viele der maßgeblichen Köpfe schon seit den 70er-Jahren bei NAD Musikmaschinen entwickelt haben, war mein Interesse geweckt. NAD, das waren die Jungs, die für überschaubares Geld immer sehr guten Klang geliefert haben – sozusagen High End zu HiFi-Preisen. Können diese erfahrenen Profis auch modernes Digital?

Nach dem Auspacken des in Weiß gehaltenen Geräts stellte sich bei mir eine erste Assoziation ein, die so gar nichts mit HiFi zu tun hat, denn mich erinnerte der Vault 2 mit seinen klaren Linien und den abgerundeten Ecken an die Häuser von Hans Scharoun in der Stuttgarter Weißenhof-Siedlung beziehungsweise an die Wohnstadt Carl Legien von Bruno Taut im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg: Kein Schnick-Schnack unterbricht diese strenge Optik, das ist »Form Follows Function« in seiner schönsten Ausprägung. Und das bei einem HiFi-Baustein der preislichen Mittelklasse mit einer Kantenlänge von 22 und einer Höhe von gerademal 9 Zentimetern. Als bekennender Bauhaus-Fan hat mich dieses Gerät optisch natürlich sofort für sich eingenommen. Dieses Design lässt sich aber nur erreichen, indem man ein Slot-In-Laufwerk verwendet und die Bedienung des Gerätes auslagert beziehungsweise die rudimentären Steuerfunktionen mit berührungsempfindlichen Flächen auf der Oberseite des Musikservers realisiert.

Um den Vault 2 komfortabel bedienen zu können, ist ein Tablet, auf welchem die Bluesound-App installiert wurde, oberste Pflicht. Die App verdient denn auch großes Lob. Mit ihr kann man nicht nur ein einzelnes Gerät, sondern alle im Haushalt befindlichen Bluesound-Komponenten steuern oder zu Gruppen verknüpfen, um die Musik in verschiedenen Räumen zu hören oder um sich in jedem Raum seine eigene Musik zu gönnen. Die Musik kann aus dem Web – vier verschiedene Internetradio-Anbieter sind vorinstalliert –, von den gängigsten Online-Musikdiensten oder von der internen Festplatte kommen. Der Vault 2 verfügt über eine interne 2-TB-Festplatte, die man mit gerippten CDs, übers Netzwerk vom Computer oder mit Downloads von den Online-Musikdiensten füttern kann. Als Freund physischer Tonträger ist für mich natürlich die Ripping-Funktion des Vault 2 ein gewichtiges Argument.

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