Das erklärte Ziel bei der Entwicklung der MB B-Serie war, gegenüber den Vorläufern vor allem die räumliche Darstellung und die Präzision der Basswiedergabe zu verbessern. Bei der MB5 B ist das exzellent gelungen.

Wenn einem bereits sehr lange das Privileg zuteil wird, beruflich mit High End umzugehen, wird man mit der Zeit unweigerlich immer anspruchsvoller. Gleichwohl gibt es prägende Darbietungen, die man niemals vergisst. Einen solchen Platz in meiner persönlichen »Bestenliste« nimmt Raidho ein, dabei kamen mir die Lautsprecher der dänischen High-End-Manufaktur auf Umwegen auf den Schirm: Vor etlichen Jahren führte Nordost auf der Münchner Messe mit einer X2 vor, einem kleinen Standlautsprecher. Obgleich ich von deren mit Sachverstand zusammengestellten und sorgfältig aufgebauten Ketten besonders in Sachen Auflösung und Mikrodynamik einiges gewohnt war, faszinierten mich seinerzeit eben diese Charakteristika; zudem war das Klangbild außerordentlich kohärent und voller innerer Spannung. Im Laufe der Jahre folgten etliche Besuche bei Raidho respektive bei Dantax Radio, bis ich dort schließlich die Lautsprecher von ScansonicHD vorgestellt bekam.

Es fiel schwer, sich des Gedankens an Konkurrenz aus eigenem Hause zu erwehren, immerhin greifen die Modelle von ScansonicHD offenkundig gestalterische und technische Merkmale der Raidho-Lautsprecher auf. Und klanglich präsentierten sie sich bei Vorführungen in einer Weise, die sie mit Blick auf Raidho kaum weniger brisant erscheinen ließ. Eingedenk dieser Vorgeschichte hatte ich die Beschäftigung mit der MB5 B in meinem Hörraum mit größter Spannung erwartet, und den ein oder anderen Schlüsselmoment gab es während dieser Wochen auch, so viel darf vorweggenommen werden. Was die Profilierung der beiden Marken angeht, wird bei genauerem Hinsehen indes klar, dass die Verantwortlichen keineswegs vorhaben, sich selbst das Wasser abzugraben. So bleiben die ganz großen Standlautsprecher-Designs und einige technologische Raffinessen Raidho vorbehalten, während sich ScansonicHD in erschwinglicheren Preisgefilden positioniert. Nichtsdestoweniger werden sämtliche ScansonicHD-Modelle am Firmensitz im dänischen Pandrup entwickelt und gebaut, wobei sehr viel Handarbeit im Spiel ist. Von den dortigen Gepflogenheiten und Möglichkeiten hat sich Olaf Sturm kürzlich selbst überzeugt, dessen lesenswerte Reportage Sie hier finden.

Neben einem bewussten Verzicht auf allzu viel Automation gehören ein hohes Maß von Eigenkompetenz und eine entsprechend große Fertigungstiefe zum Kern eines Unternehmens, das für seine beiden High-End-Brands den klassischen Manufakturgedanken pflegt. Demzufolge stammen auch alle Chassis aus eigener Fertigung, was unter anderem dem zwischenzeitlichen Besitz von ScanSpeak zu verdanken sein dürfte. Zum Portfolio von ScansonicHD gehören zwei Serien, die jeweils mehrere Standlautsprecher, zwei respektive einen Kompaktmonitor sowie einen Center und einen Subwoofer beinhalten. Des Weiteren befindet sich mit dem MK5 ein rahmenloser Kompaktmonitor im Programm. Die oberhalb der M-Serie positionierte MB-Serie enthält als jüngste Erweiterung des Angebots vier Standlautsprecher, wobei die MB5 B das zweitgrößte Modell und somit direkt unter der hauseigenen Referenz MB 6 B angesiedelt ist. Die MB5 B empfiehlt sich für mittelgroße Räume, was in erster Linie in Bezug auf ihre Bestückung im Tiefton zu verstehen ist. Der 1,18 Meter hohe Lautsprecher bereitet in dieser Hinsicht ohnehin keine Schwierigkeiten und wirkt auch wegen seiner Breite von lediglich 26 Zentimetern ausgesprochen elegant. 

English