Technisch betrachtet ist Nuberts nuPower A eine absolut seriöse Konstruktion, was vor allem die ausgezeichneten Messwerte, die i-fidelity.net ermittelt hat, belegen. Ihr zugrunde liegen die beiden 1-Kilowatt-Schnittbandkerntrafos, die nur eine geringe Streuneigung zeigen, sowie die sorgfältige Selektion der Mosfet-Endstufentransistoren. Die gesamte Schaltung ist symmetrisch ausgelegt. Kostspielige »Line Receiver« von Burr Brown sind ein weiterer Indikator für den Anspruch der Entwickler, zeichnen sie sich doch durch niedrige Verzerrungen und eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit aus. Doch das ist bei Weitem noch nicht alles, denn laut Aussage von Nubert kommt nach der sorgfältigen Selektion nur noch jedes vierte Bauteil zum Einsatz. Über den Sinn dieses enormen Aufwands wird das Messlabor keinen Aufschluss geben, sehr wohl aber der Hörtest.

Gewünschte Partner

Mit nuControl hat Nubert den passenden Vorverstärker im Angebot. Dessen wichtigster Ausgang für diesen Test sind die symmetrischen Buchsen für das Signal. Für die passende Verbindung von Vor- und Endstufe sorgte nach einigen Versuchen das symmetrische Duetto-Kabel von HMS, als Lautsprecherkabel verwendeten wir das ebenfalls vom Leverkusener Spezialisten stammende Concertato. Dem Nubert-Doppel sollte es schließlich an nichts fehlen, um die KEF Reference 5 zu betreiben. Mit zunächst moderaten Pegeln starteten wir den Hörtest. Zunächst fallen zwei Merkmale sofort auf: zum einen das hohe Maß an Musikalität, das mit normalen HiFi-Verstärkern nichts zu tun hat und auch über dem nuPower D liegt, zum anderen die unglaubliche Präzision in der Wiedergabe, die klar der Kontrolle des Endverstärkers obliegt.

Wer sich angesichts der gigantischen Leistung des Verstärkers fragt, ob diese überhaupt benötigt wird, dem rufen wir zu: und wie! Dabei geht es jedoch mitnichten um die Wiedergabe der hohen Pegel etwa eines Live-Konzerts, sondern vielmehr um die Dynamik, die auch bei Zimmerlautstärke eine Rolle spielt. Gut nachvollziehbar ist das mit dem Titel »Warum« von Haindling. Hier sind es die rhythmusgebenden Blasinstrumente, denen der nuPower A Leben und Klangfarbe verleiht. In vielen Konfigurationen sumpft das Ensemble im Hintergrund uninspiriert herum. Hier jedoch erkennt man kleinste Nuancen und es braucht keine Zeit, bis sich die Töne »aufbauen«, sondern sie sind direkt da und füllen das Stück mit Leben. Dabei arbeitet die nuPower A im Stile von Endstufen, die durchaus ein Mehrfaches kosten.

Es arbeiten acht Leistungstransistoren in der nuPower A. Ihnen steht ein Stromspeicher aus Elna-Kondensatoren mit in Summe 80.000 Mikrofarad zur Verfügung.
Günther Nubert kann sehr viel, aber eben auch nicht alles. Für die soliden Verstärker aus dem Hause zeichnet Projektleiter Markus Pedal verantwortlich, der seine Hausaufgaben offensichtlich gründlich gemacht hat.