Die Principia 7 (rechts im Bild) ist der größere der beiden Standlautsprecher. Mit Hilfe des Centers und der kompakteren beiden Modelle kann ein stimmiges Mehrkanalsystem aufgebaut werden.

Natürlich war es interessant, wie sich der Lautsprecher an preisklassen-adäquaten Verstärkern verhält. Hier bot sich der Marantz HD-Amp1 an, der – wie schon die Vincent-Kombination zuvor – durch ein IsoTek EVO 3 Aquarius-Netzfilter bestens bereinigte Stromzufuhr erhielt.

Erstaunliche Auflösung

Die besonderen Qualitäten des digitalen Marantz-Verstärkers bildeten sich über die Sonus-Faber-Speaker sofort ab: Schlackenlos, kontrolliert und ungefärbt füllt »Sittin' Here« vom letzten St. Germain-Album den Hörraum. Diese mit Musikern aus Mali bis zum Senegal eingespielte CD stellt wegen den in benachbarten Frequenzbereichen beheimateten afrikanischen Perkussions- und Saiteninstrumenten erhöhte Anforderungen an das Differenzierungsvermögen eines Lautsprechers. Das vielschichtige Interagieren von Ngoni, Kora und Balafon konnte die Principia jedoch eindeutig, transparent und nachvollziehbar auffächern. Auch den zusätzlich am unteren Ende schiebenden Housebeat-Shuffle realisierte sie sehr anregend, wobei erneut Präzision vor Masse ging.

Die Größe der Box, ihre imposante Bassreflex-Öffnung an der Front und die zwei Achtzehner mögen etwas anderes suggerieren, aber die Principia 7 erwies sich in meinem Hörzimmer nicht als übertriebener Vertreter ausgeprägter Basstümelei. Sie profitierte durchaus von einer wandnäheren Aufstellung mit vielleicht 50 Zentimeter Abstand zur Rückwand, dankte dann durch etwas mehr Volumen, was aber nicht auf Kosten der Genauigkeit ging. So fuhr die Box am Ende des Tests noch Extrapluspunkte ein – für die praxisnahe Integrationsfähigkeit im Wohnraum.