Insgesamt zwei der neu entwickelten 18-Zentimeter-Treiber generieren im Zusammenspiel mit zwei rückwärtig abstrahlenden großvolumigen Reflex-Kanälen eine Bass-Perfomance, die in Sachen Kraft und Tiefgang in dieser Preisklasse neue Maßstäbe setzt.

Ehrliche Lautsprecher«. Dieser Marken-Claim von Nubert beschreibt zwei zentrale Wesenszüge des erfolgreichen Direktvermarkters. Zum einen produziert man Schallwandler, die einen ausgewogenen Ton anstreben. Der ehrliche Klang. Gleichsam geht es den Schwaben darum, dem Kunden durch faire Kalkulation und maximalen Materialeinsatz einen seriösen Gegenwert zu offerieren. Der ehrliche Preis. Für diese »zweilagige« Philosophie gilt die 1994 eingeführte Serie nuBox als Paradebeispiel. Dieses Prinzip will jene jetzt um ein zweites »x« ergänzte, umfassend modernisierte nuBoxx-Linie konsequent weiterführen. Inwieweit das gelungen ist, wollen wir am Beispiel des Anführers B-70 herausfinden.

Vieles spricht dafür. Denn schon beim Liften aus den fast mannshohen Versandkartons gewinne ich den Eindruck, für die eingeforderten 699 Euro pro Stück ein fantastisches Äquivalent zu bekommen. Die 30,5 Kilo (pro Box!) erfordern ein gutes Frühstück, einen helfenden Partner oder besser noch beides zusammen. Seine erhebliche Masse verdankt der knapp 1,10 Meter hohe, über 30 Zentimeter tiefe, mit 21 Zentimetern Korpus-Breite relativ schlanke Schallwandler zuerst den verarbeiteten MDF-Platten. Deren handelsüblicher Durchmesser von 19 Millimetern steigt punktuell auf entsprechend extra schwer wiegende 38 Millimeter an. Diese durch zusätzliche Innenverstrebungen ergänzte solide Bauweise ist kein Selbstzweck, sondern zwingend notwendig. Denn die B-70 verwendet neu entwickelte Chassis, welche vor allem aufgrund massiver Magnete ordentlich Gewicht mitbringen. Das gilt in erster Linie für die beiden 18er-Tieftöner, die gemäß Hersteller einen linearen Hub von fast drei Zentimetern ermöglichen. Dieses bewegungsfreudige Schubpotential verlangt nach einem entsprechend stabilen und somit resonanzarmen Umfeld. Weitere Aspekte der neuen Treiber: Das strömungsgünstige Design der mit einer Polypropylen-Membran versehenen Treiber und deren großzügige Hinterlüftung der Zentrierspinne vermeiden laut Nubert Kompressionseffekte. Zudem kühlt es die extra lange Schwingspule bei hoher Dauerbelastung.

Dieses Topmodell der Serie ist als einzige nuBoxx in Dreiwege-Technik aufgebaut. Ergänzend zu den Woofern verrichtet ein dezidierter 123-Millimeter-Mitteltöner seinen Dienst, der ebenfalls von einem imposanten Magneten angetrieben wird. Schließlich muss dieser Treiber in puncto Geschwindigkeit, Potenz und »Nehmerqualitäten« mit den gewaltigen Tieftönern mithalten können. Bei allen eigens für die Serie neu entworfenen Lautsprecherchassis hat Nubert sich Erkenntnisse und Erfahrungen aus den höherpreisigen Linien bis hin zur nuVero zu Nutze gemacht und für die Anwendung in den nuBoxxen angepasst. Dieses Prinzip des hausinternen technologischen Herunterbrechens wirkt demgemäß auch beim 26-Millimeter-Kalotten-Hochtöner. Der in der gesamten Serie zum Einsatz kommende »nuOva B« hat in Sachen Antrieb und Mechanik viele Gemeinsamkeiten mit dem bewährten Tweeter aus der Reihe nuLine. Lediglich die leicht versetzte Positionierung und daraus resultierende Notwendigkeit dezidierter linker und rechter Boxenausführungen bleibt aus wirtschaftlichen Gründen der teuren Linie vorbehalten. Schließlich muss ein Hersteller gerade im preisgünstigen Sortimentsbereich darauf achten, die Variantenvielfalt möglichst klein zu halten.