Neben den klassischen Drehzahlen 33 und 45 bietet der CS 465 auch noch 78 Umdrehungen in der Minute an. Ist die Tonarm-Arretierung gelöst, kann es losgehen. Zuverlässig wird der Tonarm nach Betätigen des Starthebels auf der Platte abgesetzt. Ist die Geschwindigkeit auf 45 Umdrehungen/Minute eingestellt, geht der Dual davon aus, dass eine Single gespielt werden soll und platziert den Arm an der korrekten Stelle. Wer jedoch eine 30-Zentimeter-Scheibe mit der höheren Geschwindigkeit abspielen möchte, muss den Tonarm von Hand absetzen. Eine elektronische Schaltung überwacht permanent den Gleichlauf. Auch an diesem Punkt gibt es nicht den Hauch einer Beanstandung.

Wenn ein Plattenspieler Musik richtig gut wiedergeben soll, hat das wenig mit Zufall zu tun. So sollte man nach der Aufstellung mit einer Wasserwaage überprüfen, ob das Laufwerk plan auf dem Rack steht. Dieses sollte auch nicht wackeln oder Erschütterungen ausgesetzt ist. Im i-fidelity.net Hörraum platzierten wir den Dual auf einem Phonosophie-Rack. Da die Signale des Tonabnehmers vorverstärkt und entzerrt werden müssen, muss der eingesetzte Verstärker einen entsprechenden Phono-Eingang besitzen oder aber ein externer Vor-Vorverstärker wird benötigt. i-fidelity.net vertraut hierbei den Geräten von Lehmannaudio. Komfortabel sind die 1,5 Meter Länge des Anschlusskabels, an dessen Ende sich zwei vergoldete Cinchstecker befinden. Zur Brummvermeidung wird noch das Erdkabel mit dem Phono-Amp verbunden, und dann kann's auch schon losgehen.

Bühne frei

Wir starten mit Cool Million, einem deutsch-dänischen Produzenten-Gespann, dessen aktuelles Album »Stronger« eines der hörenswertesten Argumente dafür ist, dass Vinyl gepresst wird und neue Plattenspieler gebaut werden. Da ist sogar das Erstaunen erfahrener Tester groß, als »I Love The Way You Fly« mit einer energetischen Wucht am Hörplatz ankommt, die zwar nicht unbekannt, aber für diese Preisklasse ungewöhnlich ist. Neben dem pulsierenden Bass gefällt die klare Abbildung des kompletten Frequenzspektrums, weil es sich an die vorgegebene Harmonie hält und es dabei nicht einen Ausrutscher gibt. Keine Frage, das Ortofon-System und der Dual-Plattenspieler bilden ein starkes Gespann.

Brachial geht es mit Rammsteins »Radio« vom aktuellen Album weiter. Auch hier lässt sich der CS 465 nicht aus dem Konzept bringen. Er bildet die Gitarrenmauer vollständig ab, stellt Till Lindemann ins Zentrum der Lautsprecher und liefert den Titel in Form einer akustischen Wildwasserfahrt ab, mit der es CD-Spieler in dieser Preisklasse klanglich noch immer schwer haben. Dass ihm auch das gegensätzliche musikalische Spektrum liegt, demonstriert der Dual mit dem Album »Live At The Philharmonie, Cologne«, das Bill Laurance und die WDR Big Band unter der Leitung von Bob Mintzer eingespielt haben. Vom feinen Klavierspiel bis zu den strahlenden Bläsern liefert dieser Plattenspieler intensive Klangfarben, bietet einen klar strukturierten Rhythmus und zeigt auch in puncto Raumabbildung, dass genussvolles Musikhören bereits in dieser Preisklasse möglich ist.

Über das Drehrad am mit einem neuen Lager bestückten Tonarm ist die Auflagekraft präzise einstellbar.