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Lautsprecher, die als Pärchen 400 Euro kosten, wecken bei anspruchsvolleren Hörern keine allzu großen Erwartungen. Doch in Zukunft könnte es sich häufiger lohnen, solchen Offerten ein Ohr zu schenken. Denn während im High-End-Bereich die Preise für Schallwandler inzwischen teils astronomische Höhen erreicht haben, formiert sich parallel zu dieser problematischen Entwicklung seit einiger Zeit auch eine »Gegenbewegung«: Immer mehr Hersteller aus dem gehobenen Segment wollen auch zu Einstiegspreisen Produkte anbieten, die selbst kritische Interessenten überzeugen können. Dali ist bei diesen natürlich nicht ganz uneigennützigen Bemühungen an vorderster Front dabei und hat bereits mehrfach bewiesen, dass sich hohe Klangqualität abseits von Effekthaschereien auch mit kleinem Budget erreichen lässt. Innerhalb des Portfolios tauchen die Lautsprecher der Spektor-Serie noch immer am tiefsten in günstige Preisregionen hinab, doch die über ihnen positionierten Oberon-Modelle sind nicht minder scharf kalkuliert. Für ihren Mehrpreis warten die Neuen zum einen mit einer aufwendigeren Verarbeitung und edler wirkenden Furnieren auf, die zusammen mit einem modernen Design für ein aufgeräumtes, sehr ansprechendes Erscheinungsbild sorgen. In technischer Hinsicht setzt sich die Oberon-Serie ebenfalls von den Spektor-Modellen ab, doch dazu später mehr.

Zunächst lohnt sich ein genauerer Blick auf das anspruchsvoll gestaltete Äußere dieser Kompaktbox, die neben den klassischen Ausführungen in schwarzer Esche und dunklem Walnussfurnier auch in Weiß sowie in das Trendfurnier Eiche hell gekleidet zu haben ist. Die seidenmatt glänzende Schallwand ist bei den dunklen Furnieren schwarz; für die hellen Ausführungen wird sie passend weiß lackiert. Ohne die Abdeckungen kann sich die Oberon 1 wirklich sehen lassen, denn die Schallwand wird genau bündig mit den Außenkanten auf den Korpus aufgesetzt, sodass Übergänge im Furnier vermieden werden. Das Gehäuse sieht daher wie aus einem Guss gefertigt aus, wobei der schmale Montagering des Tiefmitteltöners und die plane Montageplatte des Hochtöners die dezent-elegante Wirkung der Front unterstreichen. Wer die Technik dennoch verbergen möchte, kann die zum Lieferumfang gehörenden Textilbespannungen verwenden. Sie sind schwarz oder grau meliert und somit ebenfalls zur Gehäuseausführung passend gehalten; ihre großzügig abgerundeten Ecken verleihen dem Gesamteindruck eine organische Note. Kompliment: Die skandinavischen Designer haben hier mit geübtem Auge für Details wirklich ganze Arbeit geleistet.

Zur Oberon-Serie gehören außer der Oberon 1 der etwas größere Kompaktlautsprecher Oberon 3, die beiden Standmodelle Oberon 5 und 7 sowie der Center Oberon Vokal – soweit entspricht ihr Modellumfang dem der Zensor-Serie, deren Nachfolge die Oberon-Lautsprecher antreten. Darüber hinaus beinhaltet die Linie einen On-Wall-Speaker, der sicherlich auch in Richtung einer Surround-Anwendung zielt. Ein eigens für die Serie konzipierter Subwoofer gehört nach wie vor nicht zum Programm, denn Tieftonspezialisten bietet Dali separat an: Mit den in der Mitte des aus sechs Subwoofern bestehenden Angebots positionierten SUB E-12 F und SUB K-14 F finden sich geeignete Spielpartner für die Oberon-Lautsprecher. Die sind insofern für mehrkanalige Setups vorbereitet, als alle Modelle über die gleiche Chassis-Technologie verfügen und deshalb klanglich miteinander kompatibel sind. Die Oberon 1 hat zudem eine Öse, die der Aufnahme einer Wandhalterung dient, sodass sie sich auch für diese häufig für hintere Surround-Lautsprecher bevorzugte Positionierung eignet.

Die Polklemmen der Oberon 1 sind zwar recht klein, nehmen jedoch gängige Gabelschuhe und Bananenstecker problemlos auf.
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