Der 2.1-Surround-Lautsprecher liefert maximal 200 Watt und unterstützt einen Übertragungsbereich von 40 bis 23.000 Hertz. Für die Bässe sind zwei Tieftonchassis von jeweils 100 Millimeter Durchmesser verbaut, hinzu kommen zwei Mittel- und zwei Hochtonchassis. Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach: Ein Kabel in die Streckdose, eins zum Fernseher oder beispielsweise zum Blu-ray-Player, und schon ist der Klangquader einsatzbereit. Und wie! Zunächst fällt die sehr gute Sprachverständlichkeit auf. Der Nachrichtensprecher, der über die reine Tonausgabe des Flat-TVs klanglich nur eine Nebenrolle einnimmt, spielt sich plötzlich stimmlich in den Vordergrund. Er ist präsent und perfekt zu verstehen – ob Nachrichten, Talkshow, Sport-Kommentator oder eine Dokumentation mit hohem Erkläranteil, das Fernseherlebnis wird entspannter, da Informationen einfacher aufgenommen und vom Gehör mit geringerem Aufwand verarbeitet werden. Gerade bei Spiel- und Actionfilmen mit hohem Musikanteil überrascht die Box durch ihre enorme Lebendigkeit und Spielfreude. Dieses Bassvolumen hätte man dem Winzling wahrlich nicht zugetraut.

Der Subwoofer leistet ganze Arbeit

Speziell im Surround-Modus rollt das Canton-Gerät einen erstaunlich breiten Klangteppich aus, der auch noch die Zuschauer und -hörer erreicht, die seitlich des Fernsehers sitzen. Im Stereo-Betrieb nimmt der Klang einen deutlich zentrierteren Weg, der akustische Korridor ist hörbar enger zugeschnitten. Ein Tastendruck genügt, um zwischen den beiden tonalen Welten hin- und herzuwechseln. Der Blu-ray »Deutschland von oben« haucht die DM 55 völlig neues Leben ein. Der markante Soundtrack der Neuen Philharmonie Westfalen wird spürbarer und erzeugt bei atemberaubenden Überflugsequenzen eine Gänsehaut. Natürlich zieht das vergleichsweise kleine Sounddeck im direkten Vergleich zur deutlich größeren und teureren DM 90.3 den Kürzeren: Die Höhen sind weniger ausgeprägt und das Klangbild ist nicht so warm – in seiner eigenen Liga punktet es jedoch durch seine tonale Souveränität. Selbst bis in hohe Lautstärkebereiche hinein bleibt der Klangzwerg präzise und übersteuert nicht. Dafür hat die Canton ein Faible für Nuancen, die sonst gerne mal untergehen. Windgeräusche oder kleine Details im Hintergrund arbeitet sie zuverlässig heraus.

Für den Fall, dass der Ton nicht hundertprozentig synchron zum TV-Bild zu hören ist, Lippenbewegungen also beispielsweise nicht exakt mit der artikulierten Aussage übereinstimmen, bietet Canton eine Möglichkeit zum Nachjustieren über das Menü an. So lässt sich die Tonwiedergabe in Schritten von jeweils zehn Millisekunden anpassen. Ebenfalls hat sich der Hersteller aus dem hessischen Weilrod Gedanken über den optimalen Aufstellort seines Sounddecks gemacht und drei sogenannte Presets hinterlegt. Alternativ kann man festlegen, ob dieses frei, huckepack mit Flat-TV oder solo in einem Regal steht, die optimalen Klangparameter werden automatisch abgerufen. Ist die Funktion »ECO Standby« aktiviert, schaltet sich die DM 55 von alleine in den Stromsparmodus, wenn sie länger als eine Stunde kein Signal mehr erhalten hat.

Im Umkreis von rund zehn Metern greift sie zudem Musik von Tablets oder Smartphones ab, wenn diese per Bluetooth gekoppelt sind. Bis zu drei Zuspieler lassen sich verwalten.

Mit einem iPad gekoppelt, zeigt die Canton DM 55 eindrucksvoll, wie mickrig die im Tablet eingebauten Lautsprecher klingen.

Auch hier fasziniert die Soundplate durch ihre raumfüllende Spielweise. Selbst Musikstücke von Online-Diensten, die nicht als hochauflösende Dateien gestreamt werden, fesseln und machen Spaß. Die Geschichte vom großen Klang aus der kleinen Box ist damit kein Märchen, sondern ein Tatsachenbericht.