Bei der Reference 5 Meta sind die Spikes höhenverstellbar. Die Inbusköpfe werden anschließend mit einem Sichtschutz versehen.

Es war der 14. Februar 2017, als die Reference 5 den i-fidelity.net-Referenz-Thron bestiegen hat. Noch gut erinnern wir uns an unsere damalige Diskussion, ob man einen in allen Belangen Maßstäbe setzenden Lautsprecher wie das 5er-Modell von KEFs Top-Serie noch einmal spürbar auf ein höheres klangliches Niveau hieven könnte. Fünf Jahre später steht nun die brandneue Reference 5 Meta im Hörraum. Auf den ersten Blick fallen äußerlich kaum Unterschiede zur Vorgängerin auf. Dafür hat sich in puncto Technik eine Menge getan. Dennoch bleiben wir skeptisch, ob es die Neue tatsächlich mit einem Traum-Lautsprecher wie der Reference 5 aufnehmen kann.

Am 5. September 1961 wurde die KEF Electronics Ltd. von Raymond Cooke, John Balls und Bob Pearch gegründet. Von Beginn an spielte die Messtechnik eine große Rolle bei der Lautsprecher-Entwicklung. Zwar behielten die Ohren ihre Entscheidungsgewalt, aber für die Erklärung des Gehörten mussten Messungen den Beweis liefern. Schon zu Beginn der 70er-Jahre hat KEF am Firmensitz im britischen Maidstone in erheblichem Umfang in Digitaltechnologien investiert, um zum Beispiel Fourier-Analysen und akustische Messungen durchzuführen und diese auch speichern zu können. Zum einen sollten die Anforderungen der BBC erfüllt werden, es galt aber auch, die wachsende Zahl audiophiler Hörer zu Hause zufriedenzustellen. Dieser enorme Entwicklungsaufwand sollte sich auch im Seriennamen der neuen Lautsprecher wiederfinden: Es war der letzte Schritt in der Fertigung, bei dem die Lautsprecher mit dem »laboratory maintained reference standard« abgeglichen werden, der 1973 als Namensgeber für die neue »KEF Reference«-Serie diente.

Akustisches Herzstück vieler KEF-Schallwandler ist ein Chassis namens UNI-Q. Die Formulierung »ein Chassis« ist allerdings nicht korrekt, denn es handelt sich um einen Mitteltöner, in dessen Zentrum eine Hochtonkalotte sitzt. Diese Konstruktion erzeugt eine sogenannte Punktschallquelle, die für eine in jeder Hinsicht überragende räumliche Abbildung sorgen soll. Eigentlich müssten viel mehr Hersteller auf dieses Konzept setzen, doch in den meisten Fällen scheitert dies an der Umsetzung. KEF hat in den vergangenen drei Jahrzehnten etwa fünfzig verschiedene UNI-Q-Treiber entwickelt und besitzt demzufolge die notwendige Erfahrung. In der neuen Reference 5 Meta kommt bereits die 12. Generation zum Einsatz, und die hat es wirklich in sich.