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Fast alle TV-Hersteller behandeln die Tonausgabe stiefmütterlich. Da wird Riesenaufhebens um die Bildqualität gemacht: noch ein Kontrastpunkt hier, ein wenig schwärzer dort, und die Diagonale kann auch nicht groß genug sein. Wahrscheinlich muss man sich die Entwicklungsabteilungen der großen Hersteller so vorstellen, dass das gesamte Budget in die Bildtechnik fließt und erst kurz vor der Serienproduktion bemerkt wird, dass das Gerät noch keine Lautsprecher hat. Dann werden schnell ein paar billige Chassis gekauft, ein Digitalverstärker eingebaut und irgendeine abstrus benannte »Soundfield-Mega-Enhancement«-Schaltung spendiert, damit die Marketingabteilung Futter hat.

Es bleibt ein Rätsel, warum dieses Prinzip bereits seit Jahrzehnten funktioniert. Entweder ist die Mehrzahl der Kunden mit der Minimal-Akustik zufrieden, oder – und das würde i-fidelity.net-Redakteuren weitaus besser gefallen – ihnen fehlte es bisher an passenden Lösungen. Denn nicht jeder, den es nach mehr Klangqualität verlangt, ist bereit, mehrere tausend Euro in eine 2.1- oder gar 5.1-Heimkinoanlage zu investieren. Zumal die Integration eines solchen Systems natürlich mit einer tiefgreifenden Veränderung des Wohnraums einhergeht.

Smarte Lösung

Dass die Entwicklungsabteilung bei Boston Acoustics einiges auf der Pfanne hat, konnten wir bereits in mehreren Tests nachvollziehen. Bei einem der jüngsten Produkte, dem TVee Model 20, staunten wir allerdings erst am Schluss. Warum, erklären wir Ihnen am Ende des Berichts. Das Set besteht aus zwei Einheiten: einem schmalen, länglichen Lautsprecher und einem aktiven Bass, der zur Freude aller Ästheten kabellos angesteuert wird. Die Idee dahinter ist einfach: Der Lautsprecher, neudeutsch immer öfters »Soundbar« genannt, wird über oder unter dem TV-Gerät platziert. Bei der Aufstellung des Woofers ist man (fast) frei.

Ist das TV-Gerät an der Wand montiert, macht es sich selbstverständlich gut, wenn auch der Lautsprecher »schwebt«. Dazu muss man lediglich zwei Löcher in die Wand bohren und Schrauben eindrehen. TVee hat nämlich auf der Rückseite zwei integrierte Halterungen. Mit nur zwei Anschlusskabeln ist das System betriebsbereit. Zum einen brauchen wir das Tonsignal vom Fernseher. Das kommt am besten per Cinchleitung. Sollten diese am Fernseher nicht vorhanden sein, muss man sich – was vor allem für ältere Modelle gilt – mit einer Adapter-Lösung behelfen. Das zweite Kabel ist die optimal schlanke Netzverbindung.

Neben der automatischen Stand-by-Schaltung verfügen beide Boston-Lautsprecher auch über einen »richtigen« Netzschalter, der im Falle einer längeren Abwesenheit benutzt werden sollte. Mit der »Trim Level«-Funktion kann die Eingangsempfindlichkeit in drei Stufen geregelt werden, was den Betrieb mit nahezu jedem TV-Gerät gewährleisten sollte.
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