Auf der Oberseite des Tivoli ist ein ausklappbarer Griff angebracht, mit dem das SongBook MAX transportiert werden kann. In Gehäusefarbe gehalten, befinden sich dort leicht versteckt insgesamt sieben Tasten; fünf davon sind Stationsspeicher für Radiosender, eine dient dem Sendersuchlauf und schließlich gibt es noch die Bluetooth-Taste, die im Standard 5.3 eine stabile Verbindung zu Smartphone, Tablet oder Computer herstellt. Für klaren Radioempfang ist eine ausziehbare Antenne eingebaut, die auch in schwierigen Empfangssituationen tadellos ihren Dienst verrichtet. So war beispielsweise das Radiohören im Souterrain problemlos möglich.

Unerwartete Kraft

Nachdem die Sender gesucht und fünf der hörenswerten Stationen gespeichert waren, konnten wir uns einen ersten klanglichen Eindruck verschaffen. Trotz der Gehäusegröße traut man dem SongBook MAX nicht diese Kraft zu. Das Klangbild steht auf einem massiven Tieftonfundament. Das hat nichts mit dem dünnen Gesäusel zu tun, das kleinere Bluetooth-Lautsprecher liefern, sondern ist mit körperhaftem Klang korrekt beschrieben. War man vor dem Test des MAX noch der Meinung, dass ein eingebautes Radio nicht notwendig sei, weil man ja per Radio-App auch alles streamen kann, so zeigte sich in der Praxis, welchen Wert dieses Ausstattungsmerkmal hat: Man kann in Ruhe Radio hören, ohne dabei von eingehenden Nachrichten auf dem Smartphone gestört zu werden.

Angesteuert über Apple Music, Tidal oder Qobuz zeigt das SongBook MAX dann sein ganzes Können. Klangliche Anpassungen über den Equalizer waren nicht notwendig. Insbesondere bei geringen Pegeln, wie sie wohl außerhalb einer Party den Normalfall darstellen, macht dieser solide Tiefton große Freude. Da surft man dann Cafe-Del-Mar-Musik in Gedanken mit, freut sich über den im Ansatz stereophonen Klang und bemerkt im Vergleich etwa zu einem Dali Katch den deutlich höheren Informationsgehalt. Während der Dali sich müht, Bässe wiederzugeben, scheint das Tivoli MAX nur darauf zu warten, mit dem nächsten Tiefton-Punch Eindruck zu schinden. Die kompaktere Ausführung des SongBooks geht nicht ganz so vehement zur Sache, liefert aber auch eine bemerkenswerte Performance ab.