Bleiben wir zunächst noch bei den äußeren Werten. Das Holzgehäuse der Box sieht hochwertig aus, die Verarbeitung ist gut, die Haptik angenehm. Die Stoffbespannung strahlt in Verbindung mit dem Holz eine angenehme Wärme aus, die Blende hinter dem kreisrunden Display besteht allerdings leider nur aus Kunststoff. Hier kann man problemlos unter anderem die gewählte Radiostation (DAB+, UKW, Internetradio), Titel, Uhrzeit und Quelle ablesen, der Kontrast ist anpassbar. Um das Display ist der große Drehring montiert, um Sender oder Songs zu wechseln oder die DAB-Senderliste neu zu laden. Für unseren Geschmack sitzt der Regler mit zusätzlicher Druckfunktion etwas zu locker und hat ein wenig zu viel Spiel. Links daneben ist der Einschaltknopf angebracht. Über diesen kann man auch die Lautstärke anpassen und zur gewünschten Quelle navigieren. Insgesamt ist das Bedienkonzept des Digitalradios einfach und unkompliziert sowie schnell zu verinnerlichen. Mitgeliefert wird eine kleine Fernbedienung, die etwas größer als eine Scheckkarte ausfällt und 19 Tasten besitzt. Hierüber kann man unter anderem Quellen, Sender und Titel wechseln, die Lautstärke anpassen, Alarme und Schlafzeiten einstellen, den Kontrast des Displays modifizieren oder einen von sechs voreingestellten Sendern aufrufen. Eine Steuerung ist ebenfalls per Smartphone möglich, hierzu gleich mehr. Die Rückseite des Tivoli-Gehäuses ist sehr übersichtlich gestaltet. Hier findet man lediglich einen AUX-Eingang, eine Setup-Taste zur Einrichtung, die Mute-Taste zum Stummschalten und die Buchse für den Netzadapter. Mehr braucht man auch nicht, denn die große Stärke des Model One Digital ist das Streaming, und mit Bluetooth, WLAN, Chromecast und AirPlay sind ja alle relevanten Features an Bord.
Für den Empfang von UKW- und Digitalradio sind klassische Sendersuchläufe erforderlich. An unserem Standort standen uns knapp 60 DAB+-Kanäle zur Verfügung. Trotz dicker Dreifachverglasung und einigen Metern Abstand zum Fenster war die Signalqualität gut, lediglich während des Vorbeigehens am Radio war der Empfang häufig kurz unterbrochen. Abhilfe für dieses Problem schaffte ein Standortwechsel des kleinen Alleskönners. Wer den Streaming-Komfort der Moderne genießen möchte, darf sich zunächst nicht an der Bequemlichkeit früherer Radio-Inbetriebnahmen festklammern, als beispielsweise das Wunder von Bern die Massen vor die Rundfunkgeräte lockte. Stecker rein und Sender suchen reicht heute nicht mehr. Und wie nicht anders zu erwarten wird ein Smartphone benötigt, um das Setup für das Model One Digital zu realisieren. Aber keine Sorge, mit der für iOS und Android erhältlichen Google Home-App gelingt die Einrichtung absolut unkompliziert und schnell. Auf dem Mobiltelefon muss Bluetooth aktiviert sein. Die App findet wenig später das Radio von Tivoli Audio in Eigenregie. Im ersten Schritt darf man dem Gerät einen Namen geben. Sinnvoll ist es, hierfür die Bezeichnung des Raums zu wählen, in dem das Radio steht. Hat man nämlich mehrere Streaming-Quellen im Einsatz, so kann man diese später schneller zuordnen. Anschließend wählt man das gewünschte WLAN aus, die Verbindung zwischen Router und Model One Digital wird automatisch hergestellt. Das war es dann auch schon, die Einrichtung ist abgeschlossen und dürfte selbst von denjenigen ohne größere Schwierigkeiten zu realisieren sein, die das 54er-Finale bereits am Radio mitverfolgt haben.
Natürlich kann man eigene Songs vom PC oder Smartphone per Bluetooth kabellos zum Model One Digital transportieren. Noch mehr Freude bereitet allerdings der Zugriff auf die zahlreichen Online-Musik-Plattformen mit Millionen von Songs, und selbstverständlich kooperiert das Gerät auch mit Internetradio-Portalen wie TuneIn. Dazu öffnet man die jeweilige App – wir haben dies nicht nur mit TuneIn, sondern auch mit Spotify und Amazon Prime Music ausprobiert. Über die Menü-Einstellungen kann man hier jeweils »Tivoli Audio« als kabellosen Lautsprecher auswählen und den Lieblingstitel oder die gewünschte Radiostation verfüttern.