Auch als per Blu-ray die »Avengers« die Welt (wieder einmal) retten, transportiert das Cala/Pulsar-Ensemble dieses turbulente Film-Spektakel mit der erforderlichen gesunden Portion Druck und Dynamik. Bei diesem Action-Movie habe ich zur Unterstützung der Basskraft probeweise zusätzlich einen aktiven Subwoofer angeschlossen, der sich über das Einstellungen-Menü im Receiver durch Wahl der Übergangsfrequenzen perfekt eingliedern lässt. Das sorgte naturgemäß für noch mehr Schub – etwa wenn von großem symphonischen Getöse untermalt ein gigantischer Flugzeugträger plötzlich selbst zu einem Fluggerät mutiert – , aber wirklich zwingend notwendig war es nicht. Die beiden Kompakt-Lautsprecher lassen auch alleine keinerlei Tiefton-Gehalt vermissen. Sie profitieren aber durchaus von einer Unterstützung durch die nahe Rückwand des Raumes. Bei Marvels »Avengers« bot sich mittels »Mode«-Taste auf der Fernbedienung das Zuschalten der »Virtual Surround«-Schaltung im Cala SR an, die das Geschehen deutlich hörbar breiter auffächerte. Die vollständig umhüllende Wirkung eines kompletten Heimkino-Setups mit dezidierten Rückraum-Lautsprechern konnte man über diesen Weg jedoch nicht erreichen - das wäre aber auch zu viel verlangt.
Für die intensive musikalische Prüfung habe ich dem T+A-Team zuerst via angedocktem USB-Stick ein Wav-File von David Crosbys »What`s Broken« zugeführt. Der Song aus dem 2014er Album »Croz« lebt sehr von dem besonders lebendigen Schlagzeugspiel, speziell der Bassdrum/Snare-Interaktion, welche die Cala-Anlage klaglos mit der nötigen knackigen Trockenheit und einem gewissen Nachdruck vermittelte. Der immer noch erstaunlichen zarten Singstimme des Altmeisters zollte die Kombi aus Cala und Pulsar durch saubere Klangfarben entsprechenden Tribut, und die bei den Westcoast-Heroen traditionell fein verwobenen Gitarrenlinien knüpften die beiden Komponenten zwecks präziser Wahrnehmung sorgsam auseinander - was dadurch nicht einfacher wird, dass sich auch der Pianist sehr aktiv einbringt. Hier arbeitet das T+A-Set sehr genau und auflösungsstark.
Eher um den Transport von Atmosphäre und somit Stimmungsübermittlung ging es beim nächsten Titel, den ich als hochaufgelöste Variante über meinen NAS einspielte. Den wunderbaren Drive vom Album »Mercy, Mercy, Mercy - Live At The Club« des Cannonball Adderley Quintett mitsamt eines großartig mitgehenden Publikums brachte die kleine Anlage mit reichlich Schmiss und Schmackes zu Gehör. Gerade bei der prägnanten Wiedergabe des Saxophons zeigt sich auch das rasante Antrittsvermögen des Pulsar R 20-Lautsprechers und - quasi als Nebeneffekt - der Beleg, dass eine mit Aluminium-Kalotten immer noch zu oft assoziierte streng-scharfe Präsentation der Vergangenheit angehört. Derartiges tonales Verhalten muss nicht sein, wenn man weiß, wie man es richtig macht.
Nach soviel ungebremster Energie pendelt der Hörtest langsam mit Lana Del Ray aus. Deren Erfolgsalbum »Born To Die« verarbeitet das T+A-Team so gut wie es der stark komprimierte Radio-Sound der Produktion gestattet. Die Sängerin steht mit ihrer sehnsüchtigen Intonation ganz im Zentrum der Aufmerksamkeit, während die emotionsfördernde, cinemascope-hafte Wirkung der Retro-Arrangements durch eine entsprechend breit aufgestellte Abbildung erreicht wird. So hält des späten Abends eine milde, entspannte Stimmung Einkehr im Hörzimmer des Autors. Und das liegt beileibe nicht nur an der farbigen Ambiente-Beleuchtung des kleinen Receivers.