Die Sonus Faber Omnia bietet neben Form und Ausstattung aber auch exzellente Technik. Sieben Chassis, die ausschließlich für die Verwendung in dieser Anlage konzipiert wurden, arbeiten in dem Gehäuse in einer Vier-Wege-Konstellation. Für den Tiefton ist ein 16,5-Zentimeter-Chassis nach dem Downfiring-Prinzip im Einsatz. Es arbeitet auf einen Kegel, der für die gleichmäßige Schallabstrahlung in den Raum sorgt. Pro Kanal arbeitet eine 19-Millimeter-Kalotte sowie ein 7,6-Zentimeter-Mitteltöner auf der Stirnseite, um ein stabiles Stereosignal zu erzeugen. Das wäre allerdings nur dann wahrnehmbar, wenn man mit der Nase fast auf dem Gerät hängt. Um das zu vermeiden, sind links und rechts zwei Breitbandlautsprecher montiert. Über ein DSP-modifiziertes Signal sorgen sie dafür, dass die abgebildete Bühne enorm an Breite gewinnt. Diese von Sonus Faber »Crescendo« getaufte Technik funktioniert in der Praxis eindrucksvoll. Angetrieben werden die glorreichen Sieben von einem Verstärker, dessen Leistung mit soliden 490 Watt angegeben ist. Mit anderen Worten kann Omnia vermutlich sogar Partys beschallen.

Analog-Freuden

Der Omnia liegt ein Kabel bei, in das ein Phono-Vorverstärker für Magnet-Tonabnehmer integriert ist. Somit ist der Anschluss eines Plattenspielers problemlos möglich. Aber wie findet man jetzt den korrekten Eingang? Auf der mitgelieferten Fernbedienung findet sich eine Taste, um die Quellen durchzuschalten. Damit Klarheit bei der Auswahl besteht, hat Sonus Faber das Senso-Farbsystem eingeführt. Jede Quelle hat eine eigene Farbe, die auf dem hölzernen Deckel durch den vordersten Leuchtstreifen angezeigt wird: acht Quellen, acht Farben. So leuchtet der Plattenspielereingang beispielsweise in pink. »Jazz Samba« rotiert auf dem Plattenteller des Transrotors. Das Spiel auf den Becken des Schlagzeugs und das Tenor-Saxophon liefern die typischen Vinyl-Freuden. Neben warmen Klangfarben ist es aber vor allem die Substanz, die überzeugend wirkt. Erstaunlich ist aber vor allem die Breite der Abbildung, die Musik ist an Stellen ortbar, wo definitiv physisch keine Anlage mehr vorhanden ist. »Crescendo« funktioniert demzufolge einwandfrei.

Erwartungsgemäß ist die Herstellung einer Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Omnia kein Problem. Sie läuft stabil, so lange man sich nicht mehr als zehn Meter entfernt. Diese Einschränkung ist bei Tidal connect nicht gegeben. Hier ist die Reichweite des WLANs maßgeblich. Diese Verbindung zur Omnia lief extrem stabil und qualitativ hochwertig. In der Tidal-App wird das System namentlich angezeigt und bei Aktivierung wird die Anlage aus dem Stand-by geweckt. Ist die Playlist aktiviert, wundert man sich in der Anfangsphase häufig, weil man beim Hören sowohl ob der Energie im Tiefton als auch von der Breite der Abbildung überrascht wird. »Take My Breath« von The Weeknd stellt für die hübsche Sonus Faber kein Problem dar. Mit Wucht generiert die den Rhythmus und zaubert darüber hinaus erneut Klangflächen, die weit über die eigentliche 65-Zentimeter-Grundfläche hinausgehen.

Zeigt der Leuchtstreifen »orange« an, dann kommt das Signal kabelgebunden per HDMI vom Fernseher. Hierbei ist aber unbedingt zu beachten, dass TV und Omnia in einer vertikalen Linie angeordnet sind, damit Bild und Ton glaubhaft zusammenfinden. Schließlich sollen die Sprecher da zu hören sein, wo sie zu sehen sind. Auch diese Kombination ist reizvoll, denn die Kraft des eingebauten Verstärkers reicht locker aus, um die perfekte akustische Kulisse eines »Tatorts« abzubilden. Beginnend bei klaren und damit äußerst verständlichen Dialogen bis hin zu Verfolgungsjagden, bei denen das Dröhnen der Motoren das Wohnzimmer erschüttert. Wenn schließlich die Zeit des Hörens vorbei ist, dann erfreut man sich dennoch mit jedem Blick auf die Sonus Faber Omnia, weil sie aktuell zu den schönsten All-In-One-Systemen gehört.