Trotz des Streaming-Schwerpunkts bleibt herkömmliche Hardware nicht außen vor, sondern wird über drei Zugänge eingebunden. Im Q Active Hub wartet ein optischer Digital-Eingang beispielsweise auf die Spiele-Konsole oder den Audio-Output eines Computers. Den TV-Ton kann man über die Q Active-Lautsprecher genießen, nachdem eine Verbindung via HDMI-Schnittstelle erstellt worden ist. Der Pegel lässt sich dann über die Fernbedienung des Flachbildschirms regeln, sofern der Fernseher CEC unterstützt. Q Acoustics hat auch ein Herz für analog zugeführte Signale: Der Stereo-Input im Cinch-Format bietet sich für CD-Player, Tape-Wiedergabe, Tuner-Empfang oder das DJ-Turntable an. Der zum Plattenhören erforderliche Phono-Preamplifier ist integriert und über Kippschalter zu aktivieren.

Die Funktionalität der Anlage wird zentral von dem verwaltenden Hub bestimmt – die Klangqualität hingegen ist vorrangig die Domäne der Lautsprecher. Hier überrascht der englische Hersteller mit interessanten technischen Lösungen. Ein Active 200-Speaker mag optisch mit seinen stark abgerundeten »Softline«-Ecken und den gewichtigen, auf Resonanzarmut getrimmten Gehäusen zwar der etablierten Formsprache von Q Acoustics folgen, doch technisch wurde der Lautsprecher vollständig neu konstruiert. Er unterscheidet sich erheblich von den passiven Vorläufern und beileibe nicht nur dadurch, dass pro Box drei Class-D-Verstärkermodule mit insgesamt 100 Watt Sinus zum Einsatz kommen.

Balanced-Mode-Radiatoren

Sehr ungewöhnlich ist die Wahl der Chassis: Hinter der kleinen metallenen Frontabdeckung verbergen sich zwei BMR-Module. Solche Breitband-Treiber fanden bei Q Acoustics bisher nur in Soundbars Verwendung, jedoch nicht bei Stereo-Lautsprechern. Diese Balanced-Mode-Radiatoren strahlen den Schall fast punktförmig und sehr konsistent ab. Die Q Acoustics-Ingenieure haben die kleinen, 58 Millimeter durchmessenden Treiber übereinander angeordnet. Dabei wurden sie nicht mittig, sondern asymmetrisch auf der Front platziert. Solche versetzte Position eliminiert Beugungen und Interferenzen, weil die Entfernungen der BMRs zu den Gehäusekanten unterschiedlich ausfallen. Beide Töner spielen erst gemeinsam breitbandig von 150 bis 5.000 Hertz. Dann wird der untere abgekoppelt, während der obere den Hochtonbereich solo serviert. Südlich von 150 Hertz übernimmt der 114-Millimeter-Tieftöner. Dieser an der Rückseite montierte konventionelle Konus-Lautsprecher mit stabilem Druckgusskorb und hohem Schubpotential strahlt auf einen an der Gehäuserückwand entgegengesetzt montierten Waveguide, von wo aus der Schall durch zwei seitliche Schlitze kontrolliert entweicht. Ein zusätzliches Reflexrohr unterfüttert die Basswiedergabe. Den zeitlichen Versatz, der aus den großen Abständen von BMR-Treibern vorne und Subwoofer hinten resultiert, nivelliert der eingebaute Signalprozessor, welcher das ganze Töner-Ensemble auch optimal entzerrt.