Externe Spezialisten haben für Nubert eine eigene App entwickelt, die ausschließlich für die nuPro X-Lautsprecher einzusetzen ist und kostenlos zum Download bei Google Play oder im App Store bereitliegt. Sie bietet via Tablet oder Smartphone einen leichteren Zugriff insbesondere auf jene Funktionen, die über ein Volumen-Ändern oder Eingang-Wechseln hinausgehen. So können verschiedene Modi der Klangformung abgerufen werden: Bass- und Höhen/Mitten-Regler im Nubert-Stil als breitbandig wirkende Klangwaagen, ein 5-Band-Equalizer oder das Hochpass-Filter zur Begrenzung der Bassaktivitäten bei unerwünschten Raumreaktionen, zum Beispiel durch Bassmoden. Alle Einstellungen lassen sich spielerisch an graphisch aufbereiteten Bildschirmmotiven durchführen. Sehr schön ist auch das simultane Reagieren: Solange die App via Bluetooth (neu!) mit den Boxen verbunden ist, gleichen sich die Resultate der Bedienung auf App, Remote oder Navigationskreuz permanent ab.
Die nuPro X-Modelle arbeiten wie die bewährten nuPro A-Boxen so digital wie nur eben möglich. Die Arbeitsbereich-Zuteilung auf die einzelnen Chassis, deren harmonisiertes Miteinander, die Frequenzgangkorrekturen – alles erfolgt im DSP. Das Signal verbleibt maximal lange auf der digitalen Ebene und wird erst auf der letztmöglichen Stufe vor den über Pulsweitenmodulation arbeitenden Class-D-Endverstärkern gewandelt. Diese sind übrigens auch eine Nubert-Eigenentwicklung.
Ein Kundenwunsch stand bei der Neugestaltung der nuPro-Reihe ganz weit oben: Kabelminimierung. Diese wird auf zwei Ebenen realisiert. Einerseits sind die Boxen jetzt in der Lage, ohne Zusatzadapter Audio-Signale kabellos via Bluetooth wiederzugeben. Ehrensache für Nubert, dass das auf dem CD-nahen Niveau einer aptX-Verbindung erfolgt – eine praktische Lösung, wenn es mal schnell gehen soll. Entscheidender jedoch dürfte der Faktor sein, dass die Boxen nicht mehr mittels einer Kabelverbindung untereinander verknüpft werden müssen – die Kommunikation zwischen linker und rechter Box erfolgt jetzt wahlweise auch kabellos über eine bequem via App zu aktivierende 5,8 GHz-Funkstrecke. Das erhöht die Aufstellungsmöglichkeiten der Lautsprecher ganz beträchtlich, wenngleich eine Box weiterhin in der Nähe der Signalquellen zu platzieren ist, da diese weiterhin per Kabel an die jetzt frei zu definierende Masterbox angeschlossen werden. Lösungen mit separater Connector-Einheit wie Dali Callisto, Magnat Magnasphere oder Dynaudio XEO bieten diesbezüglich für an Kabelphobie leidende Musikfreunde einen Mehrwert.
Einer konzeptionellen Besonderheit der A-Serie ist Nubert weiter treu geblieben geblieben: Jede nuPro X-Box ist eigenständig – eine Arbeitsaufteilung zwischen Master und Slave findet zwar statt, manifestiert sich aber nicht in unterschiedlichen Ausführungen. Beide Lautsprecher eines Stereo-Sets sind elektronisch identisch ausgestattet, was die Möglichkeiten der Einsatzzwecke gravierend erweitert. Diese Flexibilität kann beispielsweise auch dazu führen, dass bei einer Heimkino-Installation die Rückkanäle von Lautsprechern der nuPro X-Serie bespielt werden können. Und zwar kabellos!