Bei der Platzierung der nuPro A-200 sollte man dafür sorgen, dass sie von der Standfläche entkoppelt ist. Im Zubehörbereich gibt es dafür zahlreiche Möglichkeiten. Ansonsten versetzt das kleine Energiebündel nämlich den Untergrund in unerwünschte Schwingungen. Mit Hilfe einer Solostimme kann man dann ein bisschen mit der Einwinkelung spielen, um für die perfekte räumliche Ortung bei der Wiedergabe zu sorgen. Sind diese Schritte gemacht, kann es losgehen. Erster Spielpartner der Nuberts war ein MacBook Air, das über USB an die Lautsprecher angeschlossen war. Mit der Audirvana-Software ist unter anderem Streaming vom Musikdienst Tidal in wirklich guter Qualität möglich.

Drahtloses Vergnügen

Von den ersten Klängen an faszinieren Tieftonfundament und Räumlichkeit dieses doch verhältnismäßig kleinen Lautsprechers. Da werden die Klänge von Schillers »Zeitreise – Live« großflächig abgebildet. Schwerelos gleiten die Akkorde durch den Raum, tief und mächtig machen sich die untersten Oktaven bemerkbar. Beachtlich ist dabei die Präzision der A-200. Sie fügt dem klanglichen Geschehen nichts hinzu. Ausgesprochen gut gefällt uns auch die hohe Geschwindigkeit, mit der sie zu Werke geht. Da fällt kein Detail unter den Teppich, es geht nichts von der Musik verloren. Wucht und Punch im Tiefton entsprechen dem, was viele Standlautsprecher (passiv!) in dieser Preisklasse anbieten können, wobei diese dann selten so sauber und transparent spielen.

Auch bei natürlichen Instrumenten und Stimmen attestieren wir dem Nubert-Drahtlos-Gespann eine wirklich tadellose Funktion. Ob akustische Gitarre oder Stimme(n) von der Quelle kommen, spielt dabei keine Rolle. Allerdings gibt es hier auch noch ein Quäntchen mehr zu holen, wenn der Rechner per hochwertigem QED-USB-Kabel angeschlossen ist. Dafür liefert Bebes fantastischer Titel »Animales Hambrientos« den Beweis. Vor allem die Atmosphäre gewinnt spürbar hinzu, der Song wirkt noch mehr aus einem Guss. Auch hier fasziniert die Nubert mit ihrer Liebe zum Detail. Das leichte Rhythmusschlagen (linker Kanal) und die fragile Stimme von Bebe klingen authentisch. Wir trimmen die A-200 noch ein wenig in Richtung audiophiler Wiedergabe, indem wir den Tiefton um vier Dezibel absenken. Das geht vom Hörplatz aus mit der Fernbedienung sehr komfortabel.

Das endgültige Urteil fällt mit »The Village« von Yotam Silberstein. Das filigrane und schnelle Gitarrenspiel des gebürtigen Israelis duldet, um zur Geltung zu kommen, keine Schwäche der Anlage. Die Nuberts erweisen sich als passender Spielpartner, selbst in den komplexeren Passagen des Stücks gibt es keine Schmierereien, keinen Verlust der Kontur. Schlagzeug, Piano, Bass und Gitarre bleiben in der Abbildung eigenständig und es entsteht dennoch ein homogenes Klangbild. Das ist für einen Lautsprecher dieser Preisklasse eine absolut überzeugende Leistung.