Aber wir sind klanglich noch nicht am Ende, denn es wartet ja noch das Prime Power Supply auf seinen Einsatz. Es verfügt über einen USB-B-Eingang und einen USB-Ausgang, wodurch sich die Prime-Kombi dann auch mit diversen hochwertigen USB-A-USB-B-Verbindungen betreiben lässt. Das Signal wird aber nur durchgeschleift. An insgesamt fünf Ausgängen stehen dann stabile und von Hochfrequenz befreite 12 Volt Gleichstrom zur Verfügung. Natürlich kommt auch hier das doppelwandige Gehäuse zum Einsatz, weshalb das Netzteil auch unter dem Kopfhörerverstärker positioniert werden kann. Schon nach wenigen Vergleichen stellen wir uns die Frage, weshalb der Prime-Kopfhörer-Pre überhaupt ohne sein externes Netzteil verkauft wird?

Politik der zwei Schritte

Die Entscheidung, beide Komponenten separat anzubieten, liegt natürlich im Preis begründet. Außerdem übertrifft der Prime-Verstärker bereits solo die klanglichen Erwartungen, die die meisten Kopfhörer-Nutzer an einen Kopfhörerverstärker stellen. Aber für i-fidelity.net ist dieses Meridian-Paket tatsächlich erst in Verbindung mit dem Netzteil vollständig rund. Denn dann gewinnt das Klangbild spürbar an Kraft und Fundament, vorher zwar vorhandene Dynamiksprünge bekommen erst jetzt ihre musikalisch bedingte Durchschlagskraft. Was über Kopfhörer bereits gut hörbar wird, bestätigen angeschlossene Aktivlautsprecher ein weiteres Mal. Geht man wieder zurück auf den Prime mit seinem Steckernetzteil, dann wirkt das exakt so, als würde man am Fernseher die Farbe herausdrehen. Natürlich erkennt man die Klangfarben noch, aber die gewünschte, weil natürliche Intensität ist flötengegangen. Unsere klare Empfehlung lautet daher, dass man den Meridian Prime-Kopfhörerverstärker nicht ohne Prime Power betreiben sollte.

Eine letzte ordentliche Klangsteigerung bietet der Einsatz eines für diesen Anwendungszweck gedachten USB-Kabels, da gehören die Verbindungen von QED und Nordost für i-fidelity.net zur ersten Wahl. Nordosts Tyr2 machte das Rennen, und damit war das Set-up endlich komplett: MacBook Air, Tidal Streaming über Audirvana+, Nordost-USB-Kabel, Prime Kopfhörerverstärker, Prime Netzteil und schließlich der Beyerdynamic DT1770 Pro. Wenn dann das dritte und aktuelle Album »Chilombo« von Jhené Aiko in der MQA-Version gestreamt erklingt, ist spätestens bei »Define Me« klar, dass Musikgenuss auch im Streamingbereich möglich ist: Kristallklar erklingt die Stimme, Echo-Sequenzen laufen lange und stabil, das gesamte Klangbild ist von Stabilität, Kontrast und Feinheiten dominiert.