Auf der Oberseite befinden sich die hinterleuchteten Bedientasten, die eine rudimentäre Steuerung des Systems ermöglichen. Die Königsdisziplin ist für mich jedoch die Bedienung über die Meridian-App. Mit ihr kann man zwischen den verschiedenen Ports umschalten, Playlisten erstellen, auswählen oder abspielen, auch die feinfühlige Klanganpassung über die DSP-Steuerung lässt sich damit vornehmen.

Einstellmöglichkeiten sind keine Spielerei

Hier zeigt sich, dass Meridian nicht irgendwelchen Trends hinterherschwimmt, sondern meist an deren Spitze zu finden ist. Bei den Mitbewerbern, egal ob Massenhersteller oder andere High-End-Schmieden, wird die DSP-Steuerung, wenn überhaupt vorhanden, hauptsächlich zur Klanganpassung im Bassbereich genutzt. Je nach Positionierung der Box – an der Wand, in der Ecke oder freistehend – kann also mehr oder weniger Bass eingestellt werden – basta. Damit geben sich die Ingenieure und Softwareentwickler von Meridian jedoch nicht zufrieden, sondern sie haben ihr geballtes Know-how für die Klangabstimmung der Ellipse eingesetzt. Mit der Meridian Control App lässt sich das System feinfühlig auf den Aufstellungsort und den persönlichen Geschmack des Nutzers abstimmen. Neben der Bassregelung gibt es ein weiteres Tool namens »Image Elevation«, mit dessen Hilfe eingestellt werden kann, wie räumlich die Ellipse das Klanggeschehen auffächern soll. Man kann auch mit positiver oder negativer Phase experimentieren, um das Klangbild dem eigenen Geschmack anzupassen. All diese Einstelloptionen sind keine Spielerei: Diese DSP-Opulenz macht sich auch klanglich bemerkbar, und zwar gewaltig.

Ich habe mir auf Tidal meine Lieblings-Playlisten ausgewählt und mich gut zwei Meter vor die Meridian Ellipse gesetzt – und war dann einfach nur baff. Ja, ich habe mich vor die Ellipse gesetzt wie vor eine ganz normale Stereoanlage und Stunde um Stunde Musik genossen. »The Girl From Ipanema« von Getz/Gilberto geht so richtig unter die Haut, die Stimme von Astrud Gilberto steht wie angenagelt hinten im Raum, wo sie auch steht, wenn ich das Lied über meine Stereoanlage abspiele. Okay, Volumen ist durch nichts zu ersetzten außer durch noch mehr Volumen, dieses physikalische Gesetz kann nicht einmal das Meridian DSP aus den Angeln heben. Im Bass fehlt der letzte Druck, das ist etwa bei »Kranskje« von Kari Bremnes in einem großen Wohnzimmer hör- und spürbar, in einem kleinen Raum von cirka die zehn Quadratmetern fällt das aber schon nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Aber das Wichtigste ist, dass man beim Musikhören über die Meridian Ellipse nie das Gefühl hat, auf eine eingeschränkte Alternative zur heimischen High-End-Anlage fürs Wohnzimmer, Schlafzimmer oder das Home-Office gestoßen zu sein. Vielmehr kann man mit ihr auch fernab der »dicken« High-End-Anlage wirklich hervorragend Musik genießen.