Als mir die Meridian Ellipse zum Test angeboten wurde, war ich wie elektrisiert und habe sofort zugesagt. Nicht weil mich All-in-One-Systeme unbändig interessieren würden, sondern es war die Marke Meridian und deren Kompetenz in digitaler Klangwiedergabe, die mich neugierig gemacht haben. Mitte der 80er-Jahre machten die ersten CD-Player von Meridian in der HiFi-Szene von sich reden. Sie basierten auf Philips-Geräten und setzten sich optisch mit einem grauen Nextel-Überzug von ihren Grundplattformen ab. Vor allem aber spielten die dreifach so teuren Meridian-Player in einer ganz anderen Welt: Das hatte nichts mehr mit der artifiziellen Wiedergabe von CDs zu tun, nein, da kam richtig Musik heraus. Meridian hatte sich eben damals schon viel Know-how in Sachen digitaler Klangverarbeitung erarbeitet. Inzwischen besteht das Meridian-Portfolio – die Komponenten zeichnen sich heute auch durch ihr eigenständiges, klares und sachliches Design aus – aus wohlklingenden Verstärkern, Lautsprechern und immer noch klanglich ganz weit vorne mitspielenden, natürlich klingenden Digital-Komponenten. Ich bin nun sehr gespannt, ob auch die Meridian Ellipse zur Avantgarde der klanglich überragenden digitalen Musikmaschinen gehört.
Moderne Spritzgussverfahren machen es erst möglich, dass Meridian die Ellipse in diesem Design produzieren kann. Aber Meridian hat sich nicht für die ellipische Form entschieden, um optisch anders auszusehen als die Mitbewerber, nein, diese Gehäuseform folgt ganz klar der Funktion. Der Verzicht auf Ecken und 90-Grad-Kanten sowie das nach hinten geneigte Gehäuse sollen es der Ellipse ermöglichen, dass sich die Musik ungestört ausbreiten kann. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern vertraut Meridian auf je einen optimierten Breitbänder pro Kanal, die ein eigenes, abgeschlossenes Volumen spendiert bekommen haben. Dazu gesellt sich noch ein Mono-Bass, also eigentlich der Subwoofer, der den Rest des Gehäusevolumens für sich in Anspruch nimmt. Entgegen der landläufigen Meinung, dass bei solch kleinen Gehäusen nur eine Bassreflexabstimmung funktionieren kann, hat sich Meridian für die Ellipse für eine komplett geschlossene Konstruktion entschieden. Damit machen sich die Briten das bessere Impulsverhalten zunutze und vertrauen daher im Tieftonbereich auf eine aufwendige DSP-Regelung, um einen ordentlichen Bass zu produzieren. Der Tieftöner wird mit 30 Watt befeuert, die Breitbänder bekommen je einen 25-Watt-Verstärker zur Seite gestellt. Hier geht Meridian auch nicht den breitgetretenen Weg von »viel Watt hilft viel«, sondern rüstet die Ellipse mit genau der Verstärkerleistung aus, die nötig ist – nicht mehr und nicht weniger. Und laut kann dieses All-in-One-System, das kann ich versprechen.
Auf der Rückseite ist optisch dezent das Anschlussfeld versteckt, das neben dem Netz- noch weitere Anschlussmöglichkeiten bereithält, die die Ellipse fast schon zu einer kleinen Stereoanlage machen. Neben einem LAN-Anschluss verfügt der entzückende Rücken noch über einen analogen Eingang, einen USB-Audio- sowie einen USB-Media-Anschluss. Ferner kann kann mit der Meridian Ellipse auch über WLAN, Bluetooth, Apple Airplay und Chromecast in Verbindung treten. Die Ellipse verweigert somit niemandem mehr den Zugang, ab sofort ist sie sogar Roon ready.