Form follows function« ist ein bekannter Gestaltungsleitsatz aus dem Design und der Architektur, der die Diskussion aufkommen lässt, ob sich gestalterische Elemente zugunsten einer optimalen Funktionalität unterordnen müssen. Wer die Kronacher Unterhaltungselektronik-Schmiede Loewe kennt, der weiß, dass die Ingenieure dort stets die perfekte Symbiose aus Ästhetik und Funktion suchen. Ob dies auch bei der neuen SoundBox und dem AirSpeaker gelungen ist?
Rein von der Optik her hat die rund fünf Kilogramm schwere Musikmaschine das Zeug zur Stilikone. Allein das Gewicht des kompakten CD-/Radiosystems verrät, dass Loewe hier auf hochwertige Materialien und nicht auf billiges Plastik setzt. Ein feiner Stoffbezug umhüllt den Quader mit den Abmaßen 46,4 mal 19,2 mal 15,5 Zentimeter. Schließlich wickelt sich ein König ja auch nur in edlen Zwirn. Und weil sich Stimmungen genau wie persönliche Geschmäcker ändern, kann die SoundBox auch in unterschiedliche Outfits schlüpfen. So bietet Loewe die Intarsie der Oberseite in beinahe unzähligen Farben und Materialien an. Die Palette reicht von Schwarz und Chromsilber über Chrom Verspiegelt, Chrom Gerippt, Alu Silber, Schwarz Hochglanz bis hin zu Ebenholz und Eiche, knallig Rot, Grün, Blau, Gelb, Orange oder Weiß. Da wird garantiert jeder fündig. Der Austausch der leichten Platte geschieht im Handumdrehen. Eine tolle Sache! So passt sich die SoundBox problemlos der neuen Wandfarbe im Wohnzimmer an oder versprüht an einem regnerischen Tag mit einer knalligen Intarsie ein wenig Lebensfreude.
Nicht nur bezüglich ihres Aussehens lässt die bunte Box keine Wünsche offen, auch in puncto Abspielmöglichkeiten zeigt sie sich konzeptionell sehr durchdacht. Auf der Oberseite sitzt eine Dockingstation für das iPhone und den iPod von Apple. An Bord der beiden Apple-Lieblinge schlummert bei den meisten Besitzern mittlerweile so viel Musik, dass diese auch akustisch ansprechend zum Leben erweckt werden soll. Über die USB- beziehungsweise die Aux-In-Buchse lassen sich MP3-Player und andere Geräte anschließen, die selbst keinen oder nur einen mickrigen Lautsprecher verbaut haben. Was man nicht vermutet, befindet sich gut getarnt im Bauch der SoundBox: ein CD-Laufwerk mit Slot-in-Mechanik. Der Silberling wird genauso flott eingezogen wie die Brotscheibe bei einem Toaster oder ein saftiges Leckerlie von der schlabberigen Zunge eines Golden Retrievers. Unterstützt werden die Formate CD (Audio-CD, CD-R/RW, CD+/-RW), WMA und MP3. Abgerundet wird die Ausstattung durch einen Kopfhörer-Anschluss sowie eine Audio-Stereo- und eine Antennen-Buchse. Letztere ist erforderlich, weil das Loewe-Schmuckstück über ein klassisches FM-Radio mit RDS-Tuner verfügt. Der Abstimmungsbereich fängt bei 87,5 MHz an und endet bei 108,0 MHz, 50 Speicherplätze stehen parat, damit jeder seine bevorzugten Radiokanäle einprogrammieren kann. Die digitale Audiosignalverarbeitung liegt bei 24 Bit und 192 Kilohertz.
Ein gut ablesbares Display ziert die Gehäusevorderseite. Dieses informiert jederzeit über den gerade ausgewählten FM-Sender oder den Titel einer CD beziehungsweise eines MP3-Songs, ebenfalls lässt sich die Laufzeit ablesen. Aufatmen dürfen alle, die eine Abneigung gegenüber überfüllten Bedienfeldern und komplizierten Handhabungen haben. Die wenigen Tasten der SoundBox liegen direkt unterhalb des Displays, ihre jeweilige Funktion ergibt sich praktisch von selbst. Neben der Auswahl der gewünschten Zuspielquelle kann man hier die Lautstärke ändern, spulen, zum nächsten oder vorherigen Titel springen und den Alarm programmieren, um sich mit ausgewählten Klängen am nächsten Morgen oder nach einem entspannten Mittagsschläfchen wecken zu lassen.