Die Kopplung mit dem Smart Device geht einfach und zuverlässig vonstatten. Im Bluetooth-Menü taucht »Motion One« auf, antippen und Fall ist erledigt. Bei voll geladenem Akku hat man nun gute zehn Stunden Zeit, um Musik zu hören. Seine Ausdauer ist aber nur ein Aspekt, viel mehr zählt natürlich die Klangqualität. Statt mit Workout-Beats starten wir erst einmal mit Stimme und Klavier. Silje Nergaard taucht im Kopf in ganzer Schönheit auf. Die Artikulationsgeräusche haben wir über einen In-Ear in dieser Klarheit und Deutlichkeit nie zuvor gehört. Hinzu kommt ein authentisches Klavier, das vor allem mit natürlichem Grundton überzeugt. Auch Gitarrensaiten zeigen binnen Sekunden, dass dieser Kopfhörer von klangbegabten Entwicklern gemacht wurde. Denn dieses Instrument klingt sonst vielfach wie in Zellophan verpackt, beim KEF hingegen wird die Gitarre unverhüllt wiedergegeben.
Während des Hörens kommt ein Anruf rein. Kein Problem, der Motion One hat natürlich auch eine integrierte Telefonfunktion und arbeitet auch als Headset einwandfrei. Doch jetzt kommt der Härtetest: Turnschuhe an, die klassische Waldstrecke vor Augen geht es los. Das Nackenband tanzt nicht, vielmehr löst es sich aus der Wahrnehmung. Die In-Ears sitzen fest, ohne dabei zu drücken. Zum Sport passend geht es jetzt allerdings lauter und dynamischer zu, und der Motion One hält, was der Hersteller seit Jahrzehnten im hochwertigen Bereich verspricht: emotionale, packende Wiedergabe. Der Unterschied zu Standardhörern von Apple ist enorm: Die klingen nasaler und topfiger und stoppen die Wiedergabe auch deutlich vor den untersten Oktaven, wie der Vergleich mit dem bassstarken KEF zeigt.
Da der Motion One auch noch spritzwassergeschützt ist, gibt es wirklich keinen Ort, an dem man ihn nicht einsetzen kann. Wer neben seinem Smartphone oder Tablet auch die Möglichkeit besitzt, High-Res-Dateien abzuspielen, der zieht einfach das Kabel, das vom Nackenband kommt, ab und ersetzt es durch die Verbindung mit dem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker. Jetzt macht der Motion One tatsächlich einen weiteren Sprung und empfiehlt sich damit auf längeren Bahnfahrten oder im Flugzeug als geeignete Alternative zu den teils sehr klobigen Over-Ear-Hörern. Im Normalfall dürfte das Kabel allerdings an seinem Platz in der Transporttasche bleiben, die auch noch einen Flugzeugadapter enthält, weil die Bluetooth-Verbindung einfach klasse funktioniert.