Wie bereits angerissen, wurde das zentrale Lautsprecherchassis der LSX II gegenüber dem Vorläufer nicht geändert. KEF vertraut nach wie vor auf den Uni-Q-Treiber der 11. Generation, der seine 19 mm-Alu-Kalotte mitten im Zentrum des 115-mm-durchmessenden Tiefmitteltöners mit Magnesium/Aluminium-Membran platziert. Diese konstruktive Anordnung ist seit jeher der Garant für eine sehr räumliche und konsistente Tonwiedergabe. Auf die jüngste Meta-Technologie der größeren Wireless-Modelle müssen die LSX II leider verzichten. Hier hat vor allem der mangelnde Platz in dem kleinen, ohnehin schon prall gefüllten Kunststoff-Gehäuse den Ausschlag gegeben, wie mir Frank Eschholz von der deutschen KEF-Repräsentanz auf Nachfrage erläuterte. Gleich geblieben sind die Leistung der Class-D-Verstärker mit insgesamt 140 Watt für den Tiefmittelton und 60 Watt für den Hochton sowie die vier internen DACs. Auch unterscheiden sich beide Boxen weiterhin voneinander: es gibt einen Primärlautsprecher mit integriertem Anschlussfeld und einen ergänzenden Sekundärlautsprecher, der mit dem Primärlautsprecher verbunden wird – per Kabel oder von Strippen befreit. Ungeachtet dieser Differenzen sind beide Speaker vollaktiv konzipiert, mit eigenen Verstärkerpaaren und DA-Konvertern. Eine Optimierung der DSP-Parameter soll dafür sorgen, dass der Klang gegenüber dem Ursprungsmodell leichte Vorteile bietet. Eine Reflex-Öffnung auf jeder Rückseite unterstützt die Tieftöner auf bewährte Art bei der Basswiedergabe.
Nach der flinken Inbetriebnahme sind die smarten Speaker bereit für die erste Prüfung. Der Hersteller proklamiert die Boxen inzwischen nicht nur als reine Streaming-Lösung, sondern bewirbt sie bewusst als universelles System für alle Lebenslagen. Deswegen ließ ich die aufgefrischten LSXe als erstes im Wohnzimmer auf dem Sideboard platziert zur Multimedia-Beschallung laufen. Durch die der neuen »W2«-Plattform zu verdankenden HDMI eARC-Buchse nehmen sie Verbindung zum LG-TV auf. So lässt sich die Lautstärke komfortabel über dessen Fernbedienung steuern. Am Flatscreen zeigten die LSX II gleich erste Qualitäten, indem sie das visuelle Vergnügen durch akustische Verfeinerung erhöhten. Die Sprachverständlichkeit beim Genuss der empfehlenswerten kanadischen Krimiserie »19-2« erwies sich als ausgezeichnet, was angesichts der oft dichten Atmosphäre der Filmszenen höchst willkommen war. Auch die Losgelöstheit des Klangbildes in Tateinheit mit der gebotenen Räumlichkeit fiel positiv auf. Dagegen sieht ein gewöhnlicher Soundbar wegen seiner eingeschränkten Stereo-Breite konzeptionell nur die Rücklichter, zumal dieser niemals so elaborierte Lautsprechertreiber verwenden kann wie der HiFi-Spezialist KEF mit seinen »Uni-Q«-Chassis. Selbst die elastischen Synthesizerbässe der Titelmelodie konnten die LSX II mit einem gewissen Maß an Wucht übermitteln.
Trotzdem: Wenn wegen einer Vorliebe für Action-Games oder Marvel-Movies mehr körperhafter Basspegel gewünscht wird als es die trotz aller DSP-Optimierung letztlich kleinformatigen Töner aufgrund physikalischer Grenzen ermöglichen, dann darf sich - wie auch bei den meisten Soundbars - ein separater Subwoofer hinzugesellen. Das Lautsprechersystem ist dank Sub Out-Anschluss entsprechend gerüstet. Über die KEF Control-App finden sich in dem Einstellungs-Menü entsprechende Möglichkeiten, einen solchen externen Tieftonlautsprecher harmonisch einzubinden. Weitere Zugänge für externe Geräte sind in Form von Miniklinken- und Toslink-Eingängen vorhanden. Hier könnten ein Schallplattenspieler (mit integrierten Phonovorverstärker) oder ein CD-Player ankern. Die Quellenwahl wird über die mitgelieferte Fernbedienung mittels schrittweiser Annäherung oder das jeweilige Mobilgerät gesteuert, direkte Tasten für die Betriebsmodi haben auf den LSX II leider keinen Platz gefunden. Den aktiven Eingang meldet ein leuchtender Farbkreis auf der Lautsprecherfront rück, weswegen man ein wenig Eingewöhnungszeit benötigt, bis man verinnerlicht hat, dass beispielsweise »Pink« für USB und »Hellblau« für HDMI/TV steht. Keine ideale Lösung. Wer hier optimieren möchte, kann über eine programmierbare Fernbedienung den Komfort durch konkrete Tastenbelegung erhöhen. Die entsprechenden Befehls-Codes finden wir in der sehr detaillierten »großen« Bedienungsanleitung, welche der Hersteller online zum Download vorhält.