Die Organisation dieser Musikbibliothek und die Steuerung des Abspielvorgangs erfolgt über eine hauseigene App, die von KEF zum kostenlosen Download im App-Store (iOS) oder bei Google Play (Android) bereitgestellt wird. Das Aufspielen der Software auf mein iPad war der erste Vorgang, der direkt nach dem Auspacken und dem Platzieren der Boxen auf dem bewährten Target-Standfuß erfolgt ist. Die App leitet sicher durch diese notwendige Routine zur Inbetriebnahme, bis nach kurzer Zeit der erste Song ertönen kann.

Mehrwert-App

Die KEF-App vermag aber weit mehr als nur die Lautsprecher im Netzwerk einzubinden und die Wiedergabe von Musikdateien zu arrangieren. Sie ist auch für klangliches Feintuning inklusive Ausrichtung an die räumlichen Gegebenheiten und persönlichen Klangvorlieben verwendbar. Zwar finden sich bereits auf der Rückseite des Master-Lautsprechers zwei kleine Regler zur schnellen Anpassung an die Position der Box, aber die App geht viel weiter. Je nach Beschaffenheit des Zimmers (von modern & klar bis traditionell & gemütlich) oder der Aufstellung (Standfuß oder Regal sowie Wandabstand) kann der Lautsprecher via Schieberegler optimal eingestellt und/oder Bassanteile nach Situation und Geschmack dosiert werden. Der integrierte DSP sorgt für die notwendigen Frequenzgang- und Phasenkorrekturen – ohne das Klangbild dadurch negativ zu beeinflussen. Damit eignet sich die KEF LS 50 Wireless hervorragend für diejenigen anspruchsvollen Musikliebhaber, die keinen dezidierten akustisch optimierten Hörraum zur Verfügung haben, sondern in einem normalen Wohnumfeld das beste Klangergebnis erreichen möchten. Hier passt sich die Box via App in klar verständlicher Sprache den Bedürfnissen von Raum und Nutzer an – und nicht umgekehrt.

Im weitergehenden »Expert Modus« lassen sich die Bass- und Höhenanteile feiner justieren sowie die Phasen-Korrektur an/ausschalten. Sehr detailliert wird hier auch die Integration eines Subwoofers geregelt, der mittels Anschluss am Master-Lautsprecher eingebunden werden kann. Für den ausgiebigen Hörtest habe ich die Einstellungen entsprechend dem auch auf der Geräterückseite einzustellenden Standard-Setting gewählt, das in jeder Betriebsart aktiv ist: Platzierung frei im Raum und auf einem Standfuß.

Basic Bluetooth

Weil die Spannung und somit Ungeduld doch sehr groß war, kam erst einmal die praktische Bluetooth-Fähigkeit ins Spiel – die schnellste Methode, um die Boxen zum Spielen zu bringen. Ungeduldig wird das iPhone gezückt, der im Einstellungen-Menü aufpoppende KEF LS 50 Wireless ausgewählt und iTunes angeschoben. Der Vorgang geht leicht vonstatten und signalisiert sogleich: Gerät funktioniert. Das klingt ganz ordentlich und ist für viele gelegentliche Musikhörer oder für die Nebenbei-Beschallung sicher eine praktische Lösung. Nutzer von Android-Smartphones können hier zudem vom höherwertigen aptX-Standard profitieren, welchen die KEF-Box zusätzlich unterstützt. Aber als HiFi-Snob weiß man: Ernsthaftes Hören mit den LS 50 Wireless geht auf anderen Wegen. Also weiter ab ins Netzwerk.