DSP-Steuerung

Die Verwendung von vier Endstufen für die zwei Lautsprecher macht deutlich, dass wir es hier mit echtem Bi-Amping zu tun haben. Diese optimale Verstärker-Konstellation wird intern über jeweils eine digitale Frequenzweiche angesteuert. Hier liegt der nächste Vorteil der LS 50 Wireless. Herkömmliche analoge Frequenzweichen leiden unter zwei potentiellen Störfeldern: Im Zusammenspiel mit dem Treiber können sich Zeitverzögerungen ergeben und Phasen-Verzerrungen entstehen. Bei einer von digitalen Signalprozessoren gesteuerten Aktiv-Weiche hingegen entfallen diese potentiell qualitätsmindernden Aspekte, die durch das Arsenal von Kondensatoren, Spulen und Widerständen verursacht werden. Alle einkommenden Signale werden intern auf 24 Bit/192 Kilohertz hochgerechnet, um eine verlustfreie optimale Verarbeitung zu gewährleisten und Rundungsfehler zu vermeiden. In diesem Setting gelingt es KEF, das Potential des Uni-Q-Lautsprecherchassis in jeder Hinsicht vollends auszuschöpfen. Mehr geht nicht.

Beide Lautsprecher sind einerseits streng identisch aufgebaut –jeweils mit zwei Endstufen, zwei D/A-Wandlern (einer pro Töner!), zwei Stromversorgungslinien (analog und digital) und eigenen DSP-Weichen. Andererseits herrscht aber auch das Master/Slave-Prinzip vor, bei dem ein Hauptlautsprecher als Ansprechpartner für die zu erwartenden Zuspielgeräte fungiert. Dieser Master-Speaker enthält eine vollwertige Vorverstärker-Sektion mit Eingängen für kabel-basierte Verbindungen; es stehen ein asynchroner USB-Anschluss für den Computer, ein optischer Digitaleingang und ein Analog-Input bereit. Diese sind direkt über das Bedienfeld auf der Oberseite des Master-Speakers anzuwählen. Oder über die mitgelieferte, gut in der Hand liegende Fernbedienung in klassischer Anmutung, deren Farbgestaltung jeweils an die Ausführungskompositionen der LS 50 Wireless angepasst ist: KEF bietet nämlich die drei Farb-Kombinationen Grau/Rot, Weiß/Kupfer oder Schwarz/Blau an.

Plus Wireless

Die LS 50 nur zu aktivieren, war KEF nicht genug. Man hat ihr zusätzlich einen Streaming-Client implementiert, der aus dem Paar Aktiv-Lautsprecher eine moderne Musikanlage für kabellosen Musikgenuss macht. Genau genommen hundertprozentig kabelfrei funktionieren die LS 50 Wireless jedoch nicht, denn Master- und Slave-Box werden via Ethernet-Kabel miteinander verbunden. Eine Integration der Zuspielgeräte können andere Anbieter via Sendemodul auch ohne Verbindungskabel zum Lautsprecher bewerkstelligen, wie zum Beispiel Dynaudio in der XEO-Serie zeigt. Im Falle der KEF LS 50 Wireless müssen externe Komponenten für die Eingänge USB, Digital-In und Analog-In immer in der Nähe der Masterbox platziert sein. Aber dank der entscheidenden zentralen Fähigkeit – Abspielen von Musikdateien aus dem Netzwerk über das WLAN – tragen die KEF LS 50 Wireless ihren Titel nicht zu Unrecht. Ob es sich die Marketing-Abteilung mit der Wahl des Trendbegriffs Wireless aber vielleicht doch etwas zu leicht gemacht hat, ist eine andere Frage.