Das ist schon eine ganze Menge auf einmal, mit dem die Danish Audiophile Loudspeaker Industry zur Zeit aufwartet: Die dänische Audio-Schmiede begeht ihren 30. Geburtstag, feiert ihre Aktivlautsprecher-Premiere und macht auch noch auf Kubismus. Besonders spannend ist für die Audio-Freunde der zweite Aspekt, Dalis Sprung auf den Zug mit Aktivlautsprechern. Das besondere Charakteristikum dieses Boxentyps ist, dass Lautsprecher und Verstärker in einem Gehäuse untergebracht sind – hierin besteht der Unterschied zur klassischen Passivbox. Hangelt man sich streng an der Begriffsetymologie der Aktivbox entlang, so muss man die Definition noch etwas präzisieren. Ursprünglich war eine aktive Frequenzweiche erforderlich, um das Etikett Aktivlautsprecher tragen zu dürfen. Mittlerweile wird der Begriff weiter gefasst: Man spricht von einer Aktivbox, wenn diese das Eingangssignal aktiv verstärkt. Dazu benötigt der Verstärker Strom. Einen Aktivlautsprecher kann man deshalb daran erkennen, dass er ein Netzteil besitzt, einfache Modelle können auch mit Batterien betrieben werden.
Dali hat seinen jüngsten Sprössling Kubik Free getauft. Wenn man sich ein wenig mit dem in Rot, Weiß oder Schwarz erhältlichen Zweiwege-Aktivlautsprecher beschäftigt, erklärt sich die Namensgebung von alleine. Die Box ist ein Kubus. Zwar kein Würfel mit gleich großen Seitenflächen, aber ein Quader, rechtwinklig gebaut mit klarer Formensprache. Mit 305 x 145 x 145 Millimetern sind die Abmessungen recht überschaubar, das relativ hohe Gewicht von 4,5 Kilogramm lässt erahnen, dass hier hochwertige Materialien zum Einsatz kamen und am Innenleben nicht gespart wurde.
Auch Parallelen zum Kubismus, einer Stilrichtung in der Kunstgeschichte, lässt der Kubik Free durchaus zu. Pablo Picasso oder Georges Braque – maßgebende Begründer der neuen Kunstgattung zu Beginn des 20. Jahrhunderts – schufen mit dem Kubismus eine bisher unbekannte Denkrichtung in der Malerei und sorgten damit für revolutionäre Impulse. Die Klassische Moderne war geboren. Dali – in diesem Kontext nicht zu verwechseln mit dem spanischen Tausendsassa Salvador Dalí – ist bestimmt nicht traurig, wenn man mit dem ersten Aktivlautsprecher aus dem Hause derartige Assoziationen in Verbindung bringt.