Beim Auspacken der Musicbox S fällt auf Anhieb deren hohes Gewicht auf. 2,1 Kilogramm hören sich zunächst nicht viel an, doch für den handlichen Lautsprecher ist das schon eine ganze Menge. Eine vergleichbare Plastik-Box vom PC wirkt dagegen wie ein Fliegengewicht. Das Geheimnis steckt im Inneren: Hier hat der hessische Hersteller hochwertigste Komponenten verbaut und jeweils zwei Tiefton-, zwei Mittelton- und zwei Hochtonchassis untergebracht – sowohl aus Metall (Tieftöner) als auch aus Graphit und Gewebe. Damit legt Canton rein vom Papier her die Grundlage, dass das Zweiwege-Bass-Reflexsystem mit zwei Passivmembranen nicht nur dudelt wie ein Reisewecker, sondern für anspruchsvolle Musikwiedergabe ausgelegt ist. Die Systemleistung beläuft sich auf 60 Watt.
Das Gehäuse besteht nicht aus irgendeinem X-beliebigen Material, sondern wurde aus Aluminium gegossen – für optimalen Klang und maximalen Augenschmaus. Autokenner wissen, dass das leichte Metall sonst eigentlich nur in der Oberklasse anzutreffen ist. Eine Gummilippe an der Unterseite der Box sorgt für einen sicheren Stand und verhindert das Zerkratzen empfindlicher Holz- und Kunststoffoberflächen von Tischen. Ein Blickfang sind die sogenannten polierten Diamont-Cut-Kanten, eine silberne Umrandung auf der Vorder- und Rückseite. Die Front ziert ein schwarzes Gitter.
Wohlwollend dezent präsentiert sich die Anschlussleiste der Musicbox S: Hier sitzen lediglich der AUX-Eingang, um ein Smartphone oder einen Player per Klinkenkabel zu verbinden, die Buchse für das Netzteil sowie ein Service-Terminal (Mini-USB) für mögliche Updates. Das war’s dann auch schon. Ähnlich aufgeräumt geht es auf der Oberseite zu. Dort hat Canton gummierte Bedienfelder plan eingelassen, um die Box ein- und auszuschalten, Bluetooth zu aktivieren, die Lautstärke zu verändern und externe Zuspieler auszuwählen. Puristische Musikfans, die selbige wirklich nur genießen und nicht an deren Klangbild herumdoktern wollen, werden aufatmen: Es gibt keine Menüs, keine Optionen zum Setup oder zur Sound-Anpassung, die nur unnötig ablenken und dafür sorgen, dass man sich möglicherweise verzettelt. Auch auf eine Fernbedienung verzichtet Canton – denn man braucht sie schlichtweg nicht. Smartphone oder Tablet ermöglichen schließlich die volle Kontrolle über Songauswahl und Lautstärke.
Das Koppeln mit Mobilgeräten über Bluetooth ist ein Klacks: Bluetooth am Lautsprecher und am Audio-Lieferanten aktivieren, anschließend die entsprechende Taste an der Musicbox für zwei Sekunden drücken, und das Thema ist durch. Eine freundliche Stimme verrät, dass der Prozess läuft beziehungsweise erfolgreich abgeschlossen wurde (»Bluetooth Pairing«, »Connected«). Ebenso meldet sich die Dame unter anderem, um auf einen niedrigen Akkustand hinzuweisen. Ein gutes Gefühl, speziell für technische Laien, auf diesem Weg Bestätigungen und Hinweise zu erhalten.