Wie oft passiert es in der Redaktion, dass der Fotograf anruft, um mitzuteilen, dass er das abzulichtende Produkt nicht wieder hergibt? Die Antwort lautet: ganz, ganz selten. Denn die meisten Geräte, die i-fidelity.net testet, funktionieren nicht ohne Peripherie. Was will man schon mit einem Pärchen Lautsprecher, wenn weit und breit kein Verstärker oder Quellgerät in Sicht ist? In diesem Fall ergab die Nachfrage, dass im Fotostudio ein kleines Radio vollkommen rauschfrei in bester Klangqualität für Beschallung sorgte.

Ehrlich gesagt ist das kein Wunder. Denn der eigentlich im Kerngeschäft mit Lautsprechern tätige US-Konzern Boston Acoustics liefert seit Jahren zierliche Radios, die in punkto Bedienkomfort und Klangqualität keine Wünsche offen lassen. Zu den erfolgreichen Modellen gehört auch das Solo, das in der hier vorliegenden XT-Version auch digitalen Rundfunk (DAB) empfangen kann. Genau diese Funktion hat den i-fidelity.net-Fotografen überzeugt, denn das rausch- und knisterfreie Signal ist eher dem einer CD denn dem normalen UKWs ähnlich.

Doch bevor wir richtig ins Schwärmen über DAB geraten, schauen Sie vielleicht mal nach, ob Sie an Ihrem Wohnort digitale Signale empfangen können. Außerdem ist die Zukunft des Formats nicht gesichert. Verantwortlich dafür ist die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), die im Januar 2008 die Mittel zum weiteren Ausbau drastisch gekürzt hat. Allerdings – typisch für Deutschland – ist noch nicht aller Tage Abend, und wie man auf dieser Webseite sehen kann, starten die ARD-Sender weiter munter neue DAB-Stationen, was wir als Hoffnungsschimmer für das Format interpretieren. Das Boston Acoustics Solo XT würde im Falle eines Falles aber immer noch Musik, Nachrichten, Verkehrshinweise, Hörspiele und Sportübertragungen per UKW empfangen.

Wie ein schlaues Radio konstruiert ist

Erster Clou des smarten Radios sind die zwei Aufstellungsmöglichkeiten, die dank eines um 90 Grad drehbaren Displays möglich werden. Ob es horizontal oder vertikal platziert werden soll, kann man so jeden Tag aufs Neue entscheiden. Nachdem der Netzstecker eingestöpselt und die Antenne angebracht ist, hat man es schon fast geschafft. Sobald Uhrzeit und Wochentag programmiert sind, erscheinen sie im Stand-by-Betrieb auf der Anzeige. Dann können Sie sich auch schon mit der komfortablen Schlummer- und Weckfunktion auseinandersetzen. Solo XT verfügt über zwei einstellbare Alarmzeiten. Dabei kann zwischen einem lauter werdenden Weckton und Musik gewählt werden. Wer es ganz bitter nötig hat, kann auch beides parallel aktivieren. Nach rund fünf Minuten Musik schaltet sich dann auch noch der Signalton zu.

Über den Status der Weckalarmsysteme informiert die Anzeige ebenfalls. Genial ist die Wochentagseinstellung, die drei Möglichkeiten bietet: Montag - Freitag, Wochenende oder an allen sieben Tagen. So kann man den Alarm 1 für Montag bis Freitag auf beispielsweise 6:30 Uhr stellen, während das Radio am Wochenende erst gegen 9:00 Uhr beginnt, Sie zu wecken. Klasse Lösung. Wer nach dem ersten »Klingeln« dieses Weckers noch eine Weile seine Ruhe haben möchte, greift einfach in Richtung des XT. Präzision ist dabei nicht gefordert, denn zur Aktivierung der sogenannten »Schlummerfunktion« muss nur der berührungsempfindliche Rahmen getroffen werden, schon hat man für weitere zehn Minuten seine Ruhe. Anschließend verkürzt sich das Intervall auf fünf Minuten, aber nach einer Stunde ist endgültig Schluss. Und wenn der Strom ausfällt, bleiben die gespeicherten Daten laut Hersteller 24 Stunden gespeichert. In unserem Test waren sie aber auch noch nach 72 Stunden vorhanden.

Wer abends gerne mit Musik in den Schlaf gleitet, kann die Einschlaffunktion auf bis zu 90 Minuten ausdehen, dann schaltet sich das XT ab. Dass einem nachts nicht die Anzeige ins Gesicht leuchtet, dafür sorgt ein Sensor, der die Helligkeit des Displays bei Dunkelheit verringert. Zusätzlich kann die Grundleuchtstärke auch noch im Menü geregelt werden.