Dass das Wave Music System III monumentale, pegelstarke Klänge von sich geben kann, führt die beigepackte Demo-CD eindrucksvoll vor, abgespielt mit dem von Bose empfohlenen Lautstärkelevel zwischen 80 und 85. Bei den ersten Tönen, einem krähenden Hahn, dem wiehernden Pferd oder einem bellenden Hund, zuckt der Hörer ob der gewaltigen Lautstärke, bei der alle Töne pieksauber bleiben, unwillkürlich zusammen. Um dann bei Kontrabässen, den Triangel-Klängen oder einem Schlagzeugsolo beifällig zu nicken. Die Klänge erreichen den Hörer raumfüllend, mit packender Dynamik und reichlich Bassvolumen. Aber genau dafür sind solche Demo-CDs mit ihren vollen Dynamik-Umfängen ja gemacht worden.

Mit eigenen Scheiben klingt das ...

… Sound-System bei nahezu allen Pegeln ebenfalls körperhaft dreidimensional und blitzsauber. Die tonale Balance ist Bose-typisch voluminös, fast schon etwas zu fett. Da dürften die Amerikaner für die nächste Version gerne noch einen Klangregler spendieren, um die Mitten etwas anheben und den Bass bändigen zu können. Das bleibt aber schon der einzige Wunsch angesichts der ansonsten praxisgerechten Ausstattung. Die größte Neuerung gegenüber dem Vorgänger: Neben UKW und Mittelwelle empfängt das neue Wave auch digitale Radiosignale nach dem aktuellen DAB+-Standard.

Dass das Wave-System kein einziges, sichtbares Bedienelement aufweist, verzeiht man ihm gerne. Ein sanfter Klaps aufs Dach schaltet die Anlage via kapazitivem Schalter ein oder aus. Den Rest erledigt die scheckkartengroße Fernbedienung. Sie erweckt den Tuner oder den CD-Player des Wave (auch mit zwei voreinstellbaren Weckern) zum Leben, schaltet es mit dem Sleep-Timer aus und würfelt per Shuffle die Titelreihenfolge auf einer CD durcheinander.

Und Boses feines Musiksystem lässt sich in beliebige Richtungen erweitern. Ein Aux-Miniklinken-Eingang nimmt MP3-Spieler an die Leine und ein in die rückseitige Miniklinke eingesteckter Kopfhörer schaltet die Lautsprecher stumm. Für Bose-eigenes Zubehör muss man leider nochmals tief in die Tasche greifen. Für 150 Euro gibt es eine Dockingstation fürs iPhone, via Bluetooth-Adapter (150 Euro) empfängt es die Musikmorsezeichen vom Rechner oder Handy.

Gratulation an Bose: Technisch ist das neue Wave-System auf der Höhe der Zeit, die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen und klanglich wartet es mit einer Raumfülle, mit Volumen und einer Pegelfestigkeit auf, die man dem HiFi-Zwerg nie und nimmer zugetraut hätte.