Ganz anders als viele Nutzer von Computern scheinen deren Entwickler für guten Ton nicht viel übrig zu haben. Und das – aus ihrer Sicht – aus durchaus nachvollziehbaren Gründen. So benötigen gute Lautsprecher ein entsprechendes Volumen, woran jedoch angesichts der flachen Bauweise von Rechnern wie beispielsweise einem Apple iMac nicht zu denken ist. Des Weiteren gibt es Kostengründe, denn für guten Sound reicht ein kleines Budget nicht aus. Aus diesem Grund haben die PC-Hersteller das klingende Geschäft anderen Anbietern überlassen. So kann man sich zum Anhören von YouTube-Soundtracks oder Spotify-Titeln schon mit günstigen Plastikwürfeln begnügen, tönen diese doch bereits besser als die im Computer verbauten Breitbandlautsprecher. Allerdings hat das mit genussvollem Musikhören nichts zu tun. Dafür muss man tiefer oder auch sehr tief ins Portemonnaie greifen. Zumindest war das bisher die Regel.

Bei Adam Audio in Berlin scheint man sich mit dieser Gesetzmäßigkeit nicht mehr länger abfinden zu wollen, weshalb man sich dort vorgenommen hat, die Quadratur des akustischen Kreises zu vollenden. Mit dem Modell D3V ist dabei etwas in mehrerlei Hinsicht Erstaunliches entstanden. Zunächst ist es die optische Symbiose aus hochwertig wirkendem Zweiwegemonitor- und Desktop-Lautsprecher, welche die Attraktivität ausmacht. Hinzu kommen die seitlich montierten Passivstrahler, die das Fundament im Tiefton unterstützen. Dann stehen die Lautsprecher auf abnehmbaren Füßen, die für eine gehörrichtige 15-Grad-Neigung sorgen: Die Hochtonachse ist auf das Ohr des Hörers ausgerichtet. Das ist sichtbarer und hörbarer Sachverstand, der den meisten Computer-Lautsprecherproduzenten vollkommen abgeht, der aber schon immer zum professionellen Rüstzeug von Adam Audio gehört.

Im linken Lautsprecher sind die Verstärkerelektronik, Anschlüsse und akustische Einstelloptionen untergebracht. Zur Übertragung des Mitteltieftonbereichs bis hinauf zu vier Kilohertz dient ein Neun-Zentimeter-Chassis aus Aluminium, das von einem Verstärker mit 70 Watt Dauerleistung angetrieben wird. Der rückwärtig in das aus Spritzguss-Polycarbonat bestehende Gehäuse abgestrahlte Schall wird von zwei Passivradiatoren in Schallenergie gewandelt. So gibt der Hersteller trotz des kompakten Gehäuses eine untere Grenzfrequenz von 45 Hertz an. Eine Besonderheit sind die von einer 30-Watt-Endstufe angetriebenen Bändchenhochtöner namens »Desktop Accelerated Ribbon Tweeters«, kurz D-ART, die von Hand gefaltet werden und dem Frequenzbereich oberhalb 4.000 Hertz aufgrund des verschwindend geringen Gewichts Luftigkeit durch Geschwindigkeit verleihen sollen. Nach unserem Kenntnisstand gibt es Bändchenhochtöner in dieser Preisklasse kein zweites Mal. Für die optimale Ansteuerung der Chassis sorgt eine fein justierte DSP-Frequenzweiche.