Sind die Musik-Daten geladen, dürfen über zahlreiche Settings noch die Display-Helligkeit eingestellt, der Batterie-Ladezustand abgerufen oder gespeicherte Apps hochgeladen werden. Selbstverständlich surft der AR-M2 über seinen Internet-Browser auch wireless, um weitere Musikdaten downzuloaden oder Musikdienste wie Amazon oder iTunes mit der Beschallung zu beauftragen. Seine Bilder-Galerie zeigt die Cover heruntergeladener Alben an. Das Display listet selbst so scheinbare Nebensächlichkeiten wie einen Taschenrechner, ein Adressbuch, eine Uhr oder Kalender auf. Den Klang regelt ein (abschaltbarer) 5-Band-Equalizer. Stufenloses Bass-Boost hilft mittenbetonten Kopfhörern auf die Sprünge. Ein dickes Extra-Lob verdient der 4.200-Milliampere-Stromspeicher, der neun Stunden ununterbrochene Wiedergabe fernab vom Stromnetz garantieren soll.

Bei den ersten Hörtests an einer Heim-Anlage via Line-Ausgang machte der AR-M2 schon bei den ersten Hörproben klar, dass er nicht im Geringsten daran dachte, vor ausgewachsenen Playern kleinbeizugeben. Wenn etwa ein anerkannter SACD-Spieler bei der oft gehörten »La Folia« (Gregorio Paniagua) vom Label Harmonia mundi die vielschichtigen Instrumente akkurat auseinandersortierte, jedes noch so zarte Anblasgeräusch und jede Lautstärkeänderung authentisch vorführte, konnte man ihn nur mit Mühe von seinem tragbaren Pendant AR-M2 unterscheiden. Auch der Porti begriff das An- und Abschwellen der Töne, das Trommeln der Percussion, den Einsatz der vielschichtigen Instrumente als gigantische Steigerung von Ausdruck und Dynamik. Auch er durchlebte und durchleidete die beziehungsreichen Orchestrierungen und unterstrich allenfalls etwas die mittleren Tonlagen – möglicherweise als Folge des zweifachen Turbos beim DSD-Datenstrom.

Greifbarer Weg zur Musik

Bei den highendig aufgenommenen Youngtimern der Gruppe Creedence Clearwater Revival vom Album »The Concert« (SACD) gab sich der Player vielleicht etwas präsenter, etwas direkter, während der Acoustic Research die Becken und Hi-Hats einen kleinen Schritt weiter weg vom Zuhörer platzierte. Was letztlich aber zählt, ist die Aura, das Lebensnahe in der Musik. Und dieses Metier beherrscht der Acoustic Research meisterhaft. Überdeutlich führt er die Unterschiede von CD-PCM-Files und DSD-Stream vor: Auf der einen Seite etwas blutarme Musik mit digitalem Anklang; dort Musiker, die zusammenspielen, die sich auf der Bühne in voller Pracht zeigen.

Wichtiger noch als der stationäre Auftritt des Players sind seine Fertigkeiten über den Kopfhörerausgang. Beim ersten Anlauf mit dem extrem hochwertig verarbeiteten Philips Fidelio M1 (200 Euro) und dem von SACD gerippten Sampler »Closer To The Music« (Stockfisch Records) begeisterte er mit Detailreichtum und Klangfarbenfülle. Da sitzt jedes überraschende Phrasierungsdetail, jede beiläufige rhythmische Pointe. Nie rutscht die Kombination aus Acoustic Research und Philips ins achtlos Reproduzierte ab. Gegenüber der unspektakulären, melodiösen Gangart des Philips gab sich der Acoustic Research dann am Bose QC 25 lebendiger, aber auch etwas analytischer. Jetzt hämmerte der Bass noch unnachgiebiger, Stimmen wirkten zuweilen fast schon etwas überpräsent. Dabei sollte man das Noise Cancelling des Bose, das elektronisch Umgebungsgeräusche ausblendet, tunlichst eingeschaltet lassen. Chapeau! Der top-ausgestattete und grundsolide verarbeitete AR-M2 musiziert über die HiFi-Anlage erwachsen. Und führt akkurat die Klangeigenschaften angeschlossener Kopfhörer vor.