Mit der neuen Horizon aus der Fibonacci-Serie präsentiert das in Sheffield ansässige Unternehmen ein rund 38 Kilogramm wiegendes Modell, das seinen Anspruch an technologische Stringenz und musikalische Integrität kompromisslos umsetzt. Schon der erste Kontakt mit der Horizon vermittelt Ernsthaftigkeit. Nicht allein die ästhetisch gelungene Gehäuseform, sondern vor allem das Maß an durchdachten Details macht klar: Hier wurde nichts aus dem Katalog zusammengeklickt – jede Linie, jede Schraube, jedes Material folgt einer internen Logik. Fundament dafür ist eine Menge Know-how, das die Engländer aus der Zusammenarbeit mit Universitäten und der Teilnahme an aufwändigen Forschungsstudien wie beispielsweise dem »Ssuchy Project« gewonnen haben. In diesem von 2017 bis 2021 durchgeführten Projekt ging es um den Einsatz von Verbundwerkstoffkomponenten auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. Ein passendes Beispiel um zu zeigen, wie umfassend und weitreichend das Thema Lautsprecher bei Wilson Benesch gedacht wird. 

Selbstverständlich profitiert auch das nunmehr siebte Modell in der Fibonacci-Serie, die Horizon von diesem Wissensschatz. Sie verfügt über eine Gehäusestruktur, die auf modernsten Bio-Verbundmaterialien basiert und aus einem mehrschichtigen, faserverstärkten Werkstoff besteht. Die Geometrie lehnt sich an Prinzipien aus Luftfahrt und Architektur an: gebogene Flächen, strategische Verstärkungen, gezielte Materialpaarungen zur gegenseitigen Dämpfung. Wofür der ganze Aufwand getrieben wird? Um Resonanzen zu vermeiden, ohne dabei auf interne Versteifungen zurückzugreifen, die das Innenvolumen verkleinern. Damit besitzt die Horizon das Potential, viel »größer« zu klingen, als es der erste optische Eindruck vermuten lässt. 

Die Horizon ist eine 2,5-Wege-Bassreflex-Konstruktion. Für die Übertragung von Tief- und Mittelton arbeiten zwei 17-Zentimeter-Chassis teilweise zusammen. Das untere Chassis stellt seine Übertragung bei 500 Hertz ein, ist also nur für die untersten vier Oktaven im Einsatz. Das oben auf der Schallwand befindliche Chassis überträgt bis rund 4.000 Hertz und wird in seinem Arbeitsbereich nicht von der Frequenzweiche beeinflusst – der Mitteltöner hängt also direkt am Verstärker.  Um diesen Schritt zu gehen, braucht es hohe konstruktive Qualität. Das verwendete Chassis hört auf den Namen Tactic 3.0 und ist eine Weiterentwicklung der bereits auch schon vorher von Wilson Benesch eingesetzten Modelle. Mit welcher Akribie in Sheffield produziert wird, konnte sich i-fidelity.net bei einem Besuch im Jahre 2023 anschauen. Die in unterschiedlicher Webart der Fäden hergestellte isotaktische Polypropylen-Membran ist in der aktuellen Ausführung mit einem 3D-gedruckten Fibonacci-Element ausgestattet, um den Frequenzgang zu linearisieren und zu erweitern. Bei der Entwicklung spielte das Verhältnis zwischen Steifigkeit und Dämpfung die entscheidende Rolle – nicht die absoluten Werte, sondern deren Relation zueinander. Ein kleiner, sehr wohl feiner Unterschied.