Die Endstufenkanäle arbeiten dabei mit vollständig getrennten Netzteilen, ebenso ist die Vorstufe eigenständig versorgt. Darüber hinaus sind selbst Steuerelektronik und Anzeige nicht einfach mit angeschlossen, sondern besitzen eine eigene lineare Versorgung, um Störeinflüsse konsequent zu minimieren. Diese Trennung setzt sich auch funktional fort: Vor- und Endstufe lassen sich unabhängig voneinander betreiben, ohne dass die Versorgung oder die Arbeitsbedingungen der jeweils anderen Sektion beeinflusst werden.
Abseits davon zeigt sich ein Aufbau, der deutlich aufwendiger ist, als es die äußere Erscheinung vermuten lässt. Die Materialwahl ist durchgehend hochwertig, Carbon taucht nicht nur als gestalterisches Element auf, sondern erfüllt funktionale Aufgaben. Dazu kommen zahlreiche Folienkondensatoren und eine insgesamt sehr saubere, fast schon architektonisch organisierte Anordnung der Baugruppen. Nichts wirkt zufällig, nichts überladen. Eher wie eine Konstruktion, die aus ihrer Funktion heraus entstanden ist.
Ein Punkt, der fast noch mehr überrascht als der innere Aufbau, ist das Temperaturverhalten. Der Omne verhält sich nicht wie ein typischer Class-A-Verstärker. Die sonst übliche, teils massive Wärmeentwicklung bleibt hier weitgehend aus. Das liegt nicht daran, dass weniger Leistung umgesetzt wird, sondern an der Art, wie sie bereitgestellt wird. Das Gehäuse selbst übernimmt einen Großteil der Wärmeabfuhr und verteilt die entstehende Temperatur gleichmäßig, anstatt sie punktuell über große Kühlkörper abzuleiten. Gleichzeitig arbeitet die Schaltung deutlich effizienter als klassische Class-A-Konzepte. Die Verlustleistung wird reduziert, ohne den grundsätzlichen Betriebsmodus zu verlassen.
So stringent, dass klassische Bedienelemente praktisch vollständig verschwunden sind. Kein Drehregler, keine Taster, keine sichtbare Funktionslogik. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man eine äußerst dezente Anzeige, die sich nahezu unsichtbar in die Front einfügt. Sie bleibt im Betrieb dauerhaft präsent und zeigt die aktuelle Lautstärke an, während beim Umschalten zusätzlich der gewählte Eingang eingeblendet wird. Mehr Information gibt es nicht und mehr braucht es an dieser Stelle auch nicht. Der Verstärker lässt sich ausschließlich über die Fernbedienung steuern. Das klingt im ersten Moment radikal, verliert aber schnell an Dramatik. Realistisch betrachtet steht ohnehin kaum jemand regelmäßig auf, um Lautstärke oder Eingang direkt am Gerät zu verändern. Und falls die Fernbedienung doch einmal unauffindbar ist, liegt die Reserve gleich mit im Karton.
Die Fernbedienung folgt dabei exakt dem gleichen Prinzip wie das Gerät selbst. Sie ist schlicht gehalten, sauber aus Aluminium gefertigt und wirkt in ihrer Reduktion fast selbstverständlich. Die sechs Taster sind logisch angeordnet, ohne Spielraum für Interpretation. Nach kurzer Zeit greift man intuitiv zum richtigen Knopf, ohne hinsehen zu müssen. Genau so, wie es gedacht ist.