Endlich drehen sich auf einem VPI-Plattenspieler LPs im i-fidelity.net-Hörraum. Darauf haben wir lange gewartet. Allerdings nicht seit 1978, dem Gründungsjahr des US-Unternehmens. Begonnen haben Sheila und Harry Weisfeld ihre HiFi-Reise damals mit einer weltweit beachteten Plattenwaschmaschine. Auf diesem Erfolg aufbauend, entwickelten sie fortan auch Plattenspieler, die für den mittlerweile legendären Ruf sorgen. Heute ist es eine kaum zu überwindende Hürde, High-End-Komponenten im preislichen Einstiegsbereich zu fertigen. Die Gründe dafür sind vielfältig: von kostenintensiver Arbeitszeit und teurem Material bis hin zu unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen und den damit verbundenen Zertifizierungen. Man könnte die Flinte ins Korn werfen oder man nutzt den vorhandenen Hirnschmalz und sucht nach einer Lösung.

Im Hause VPI hat man sich einige kluge Gedanken gemacht. Wer würde ein Einstiegsmodell im hochwertigen Bereich überhaupt kaufen? Bei der Antwort sind sicherlich Studenten und junge Menschen generell als Zielgruppen in Betracht gekommen. Also jene Hörer, die angeblich ausschließlich Musik mit Kopfhörern erleben und folglich nicht über eine bereits bestehende HiFi-Anlage verfügen. Um mit diesen Menschen unkompliziert über das Thema Schallplatten-Wiedergabe ins Gespräch kommen zu können, muss ein solches Gerät einen regelbaren Kopfhörerausgang besitzen. Damit dieser tatsächlich auch funktioniert, muss die Phono-Vorverstärkung inklusive der notwendigen RIAA-Entzerrung ebenfalls integriert sein. Trotz einer immer länger werdenden Kalkulation hat sich VPI entschlossen, die Idee in die Tat umzusetzen.  

Herausgekommen ist das Modell Player, eines von zwei Geräten aus der »Cliffwood«-Serie. Die Stadt Cliffwood, südlich von New York gelegen, ist der Sitz von VPI. Bereits das Gewicht von sechs Kilogramm, wovon über die Hälfte auf den massiven Plattenteller entfällt, zeugt von Solidität. Das vinylverkleidete Chassis aus MDF ruht auf vier robusten Gummifüßen, die am besten auf einem stabilen, schwingungsfreien und natürlich ebenen Untergrund Kontakt zur Unterlage finden. Seine Energie bezieht der Player über eine Kaltgerätebuchse, und zwar die vollen 230 Volt. Während viele Plattenspieler ein externes Netzteil besitzen und mit 12 oder 24 Volt Gleichstrom betrieben werden, muss hier auch der eingebaute Phonovorverstärker versorgt werden. Ein Blick auf die Unterseite enthüllt, wo Motor und Verstärker geschickt untergebracht sind. Trotz seiner umfangreichen Ausstattung bleibt dieser Plattenspieler ein ästhetischer Genuss. Die Kopfhörerbuchse ist dezent integriert und der Lautstärkeregler könnte leicht mit einem Geschwindigkeitsumsteller verwechselt werden. Die Umschaltung zwischen 33 und 45 Umdrehungen pro Minute erfolgt durch das manuelle Umlegen des Riemens auf der Antriebsspindel.

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