Doch zurück in die Welt unkomprimierter Klangwiedergabe. Um herauszufinden, wie der SA-T7MK in einer durchweg Röhren-basierten Kette spielt, habe ich einen audiophilen Freund besucht und die Vincent an dessen Sun Audio Uchida 300B-Röhrenverstärker betrieben, der über restaurierte Quad-Elektrostaten ESL 57 QA zu Gehör kommt. Als Vorstufe dient dort für gewöhnlich der Abacus Preamp 14, der in Sachen Abstimmung einer klaren norddeutschen Schule folgt. Preislich liegt jener Transistorvorverstärker mit 1.890 Euro merklich unterhalb des Vincent SA-T7MK, weswegen man von ebendiesem mehr erwarten durfte. Und er lieferte. Der Röhrenvorverstärker spielte stärker aus seiner Mitte heraus nach vorne. Dadurch wirkte er horizontal vielleicht sogar etwas schmaler zeichnend als der Abacus. Dafür geriet die Bühnenabbildung vertikal höher. Bei Billie Eilishs Song »Your Power« vom Album »Happier Than Ever« hatte ich den Eindruck, dass die Sängerin vor mir steht, während sie beim Preamp 14 saß. Gleichsam reichte die Musik über den Vincent tiefer in den Raum, zeichnete durchweg dreidimensionaler. Das machte sich bei den Dub-Effekten im Titel »Sort Of Revolution« vom letzten Fink-Opus »IIUII« bemerkbar.

Stimmen, die vollmundiger tönen

Wo sich über den Abacus das Klangbild in Richtung Helligkeit orientierte, wirkte der SA-T7MK runder, geschlossener, organischer. Eine Schärfe der S-Laute beispielsweise war dort nicht mehr zu beklagen, während andererseits der Bass mit etwas mehr Substanz wiedergeben wurde. Bei einer akustischen Gitarre nahm ich stärker wahr, dass dieses Instrument auch einen Resonanzkörper besitzt. Das gilt genauso für Stimmen, die vollmundiger und infolgedessen eindringlicher tönten.

Trotz der ganzheitlichen Wirkung gelang es dem Vincent SA-T7MK in puncto Detailauflösung zu beeindrucken, genährt durch seine grundsätzliche transparente Luftigkeit. Um die einzelnen musikalischen Elemente bildete sich immer ein gewisser Freiraum, weswegen diese besonders ausgeprägt dargestellt wurden. Jedes Instrument wirkte skulpturenhaft plastisch, wie von Meisterhand geschnitzt. Was man im übertragenen Sinne auch von diesem Vorverstärker sagen kann.