Die »BestPentode«-Lösung kann grundsätzlich bei jeder Pentode eingesetzt werden. Deswegen musste Frank Blöhbaum in der Diamond-Variante der SA-T7 nach eigener Aussage nur den typenspezifischen Arbeitspunkt so optimieren, dass die Pentode in einem annähernd linearen Bereich läuft. Hier war es hilfreich, dass die PCF803 – ungewöhnlich für Pentoden – eine sehr moderate Regelkennlinie hat. Entscheidend für die Qualität der Wiedergabe ist aber nicht alleine die »BestPentode«-Schaltung, sondern auch die Art und Weise der Stromquellen-Kopplung über das von Frank Blöhbaum entwickelte Vimala-Modul. Deren Zusammenspiel führt nach Aussage des Entwicklers »trotz hoher Verstärkung zu einer äußerst geringen Aussteuerung der Röhre, sodass die Röhre keine Chance hat, zu verzerren.«
Die SA-T7 Diamond beinhaltet analog zum Standardmodell vier Verstärkerblöcke (zwei pro Kanal), wovon einer die eigentliche Verstärkung übernimmt, während der zweite für die Klangregelung zuständig ist und eine definierte, sehr niederohmige Quellimpedanz am Ausgang bereitstellt. In der bisherigen SA-T7MK arbeiten pro Verstärkerblock eine 6J51P im »BestPentode«-Betrieb und eine 6J9P in Triodenschaltung als Buffer. Die in der Sonderedition eingesetzte Telefunken PCF803 hingegen ist eine Verbundröhre, sie beinhaltet zwei Röhrensysteme (eine Pentode und eine Triode) in einem Kolben. Deswegen finden wir auf der zentralen Platine der SA-T7 Diamond nur vier Röhren statt deren acht wie bei der regulären Version des Vincent-Vorverstärkers. Von der SA-T7MK unverändert beibehalten wurde die frontal sichtbare Spannungsreferenz-Röhre 85A2, ursprünglich in der professionellen Messtechnik beheimatet. Sie sorgt gemeinsam mit einem halbleitergestützten Regler für eine konstante Versorgungsspannung der Röhrenelektronik.
An der grundsätzlichen Konzeption und Ausstattung des Geräts wurde nichts geändert. Auch die Diamond-Edition der SA-T7 hat sechs Line-Inputs. Das reicht für ein umfangreiches Setup. Lediglich Schallplattenhörer müssen einen separaten Phono-Vorverstärker budgetieren – was sie auf diesem Niveau wahrscheinlich ohnehin täten. Zu jenen hochwertig ausgeführten RCA/Cinch-Buchsen gesellen sich drei mögliche Digital-Zugänge: Die je einmal koaxial und optisch ausgeführten Ports verarbeiten Dateien gängiger PCM-Formate bis maximal 24 Bit/192 Kilohertz. Ein nicht mehr taufrischer Texas-Instruments-Chip PCM 5102 bildet hierfür die technische Basis. Dieser Baustein ermöglicht zudem die Umsetzung der dritten digitalen Option: drahtlose Audio-Kommunikation via Bluetooth (Version 5.0). An der Rückseite der SA-T7 Diamond steckt rechts außen die erforderliche Antenne, um Signale direkt vom Rechner, Smartphone oder Tablet entgegenzunehmen. Damit lassen sich auf niedrigschwellige Art Internetradiostationen, YouTube-Videos oder Musikdienste für den schnellen Genuss abspielen. Einen verlustfreien hochauflösenden Streamer kann, soll und wird dieses Feature nicht ersetzen.
Ausgangsseitig werden neben einem ungeregelten traditionellen Tonbandausgang zwei Pre-Out-Paare mit unterschiedlichen Impedanzen (607 Ohm / 47 Ohm) geboten. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer optimalen Anpassung an variierende Endverstärkerkonzepte. Symmetrische XLR-Anschlüsse finden wir weder eingangs- noch ausgangsseitig. Kopfhörernutzer werden nicht bedient und sind genötigt, sich um ergänzende Komponenten zu bemühen.