Während das auf interessante Art zwischen Library Music und Soundtrack changierende Album »The Globeflower Masters, Vol.1« von Glenn Fellows / Mark Treffel läuft, fällt sofort auf, mit wieviel Schwung und Verve die Lautsprecher »nach vorne« spielen. Die Lead-Gitarre tänzelt einem fast auf der Nase, die Streicher stehen knapp dahinter. Die auf dieser Produktion oft federführende Bass-Gitarre klingt sehr knackig, absolut schlackenfrei, hat durchaus Gewicht, reicht aber nicht extrem tief hinunter. Konturierte Sauberkeit geht hier vor bloßer Masse. Der Klangcharakter ist auf der schlanken, agilen Seite verortet. In Sachen Dynamik sind die Comète außerordentlich begabt, gerade Schlagzeug kommt sowohl mit Verve (Toms) als auch Finesse (Rimshots, Becken) zu Gehör. Letzteres ist ein Zeichen für die sehr gute Transientenverarbeitung. Meine zur Orientierung herbeigeholten KEF LS50 der ersten Generation spielten demgegenüber merklich matter und müder.

Trotz aller Lebendigkeit wirken die Höhen nicht »horn-verdächtig« schrill oder »shouty«. Auf dem Album »Certainty Of Tides« von Nils Peter Molvaer / Norwegian Radio Orchestra präsentiert die Esprit Comète 40th den Streicherklang angemessen organisch seidig. Auch die Trompete von Meister Molvaer tönte gewohnt bronzefarben-gedeckt, fern jeder ungebotenen Härte. Die Basstuba hatte genügend »Oomph«, während erneut die Leichtfüßigkeit bei den Drums und speziell dem Xylophon begeisterte. Die Comète lieben Perkussion! Und Bläser! Es mag zwar eine Philosophie des audiophilen Küchentischs sein, dass Hornlautsprecher gerade Horninstrumente besonders gut reproduzieren können, aber im Fall der Comète ist da etwas dran.

Beim Track »Simply So« des Molvaer-Albums zeigte sich sehr gut, dass die kompakten Franzosen Räumlichkeit in einem gesunden Maß offerieren. Horizontal liegt man im Sollbereich, vertikal beeindruckte das hochgezogene Klangbild. Die interessant ausgestaltete Tiefe der Aufnahme konnten die Comète im Ansatz darstellen, wenngleich das naturgemäß nicht die Kernkompetenz von Lautsprechern ist, deren Naturell ein nach vorne stürmendes ist. Dennoch: Als ich das famose Stück »Blackbird« aus dem Album »Black Acid Soul« von Lady Blackbird anwähle, übermitteln die rasanten Französinnen sehr wohl die nach hinten abgestufte Instrumentenstaffelung, die unterschiedlich weit rückwärts positionierten Cello, Piano und Snare. Hier ebenso auffällig: Die Box spielt außerordentlich verfärbungsarm. Alle Instrumente haben exakt das Timbre, welches man von ihnen erwartet.

Transparenz & Dynamik

Vollends in ihrem Element waren die attraktiven »Haut-Parleurs« beim jüngsten Album »Our Roots Run Deep« von Dominique Fils-Aimeé. Die Lead-Stimme der Kanadierin steht beim Titeltrack strikt im Zentrum, wirkt natürlich, klar, leichtfüßig, niemals angestrengt, kein bisschen belegt. Ihre leiseren, links, rechts, vorne, hinten mäandernden Backing-Vocals präsentiert die Comète 40th präzise und punktgenau, weil sie zu außergewöhnlicher Transparenz befähigt ist. Auch der Kontrabass hat genügend Resonanzkörper. Und wenn mittenmang plötzlich nach einem Break der Song mit wuchtigen Drums und fetziger Trompete »explodiert«, dann gehen die Boxen mit, leichtfüßig und dennoch mit Autorität und Standvermögen. Sie transportieren mit jedem Ton Emotion und Leben. Die Triangle Comète 40th verhalten sich zu normalen Kompaktboxen wie ein Elektromobil zum Benziner: Mehr Dynamik macht mehr Spaß!