Auch der zusätzliche 25-Millimeter-Hochtöner auf der Rückseite der Australe Ez sitzt in einem Horn. Seine Arbeit nimmt er bei 8 kHz auf.

Wenn der Cellist Thomas Demenga Bachs Cello-Suiten intoniert, möchte man bei ganz vielen Anlagen einfach abschalten. Denn wenn auch nur eine Kleinigkeit des Systems nicht stimmt, bemerkt man das sofort. Entweder klingt das Instrument nicht glaubwürdig oder der Nachhall passt nicht und schon ist der Zugang zu dieser wunderbaren Musik verwehrt. Wie es sein soll, zeigt die Triangle. Zunächst stimmt die Größenabbildung des Instruments und der Aufnahmeraum entsteht in realistischen Dimensionen. Was ihr perfekt gelingt, ist die Klangfarbe des Cellos und Demengas harte »Arbeit« abzubilden und so den richtigen Ton zu treffen. Wer um klassische Musik bisher einen Bogen macht, sollte vielleicht noch einmal einen kurzen Moment darüber nachdenken, worin die Ursachen dafür liegen könnten. Denn der Magie dieser Aufnahme kann sich in dieser klanglichen und musikalischen Ausführung eigentlich niemand entziehen.

Energetische Dimension

Was macht die Meisterin der leisen, der filigranen Töne wohl, wenn die Aufgabe lautet, das New Order Live-Album »NOMC15« mit sattem Pegel wiederzugeben. »586« ist ein elektronisches Bollwerk, das manchen Lautsprecher aus den Fugen geraten lässt. Insbesondere die Wiedergabe des von Stephen Morris gespielten Schlagzeugs ist knifflig, erfordert es doch die richtige Mischung aus Druck und Geschwindigkeit. Lässt sich die Triangle damit aus dem Konzept bringen? Sie spielt geschlossen, folgt den Impulsen exakt und liefert statt eines oberflächlichen Basses, der sich bei anderen Lautsprechern wie eine zerplatzende Tüte anhört, einen runden, tiefen und dennoch punktierten Bass, sensationell. Zudem gelingt ihr vermutlich auch durch die Unterstützung des rückwärtigen Hochtöners eindrucksvoll die Vermittlung der Konzerthalle.

Gitarrenspiel von Carlos Santana und die Stimme von John Lee Hooker finden sich in Kombination im Titel »The Healer«. Hier bietet die Australe EZ ein hohes Maß an Auflösung, bildet jede Schallquelle ab und lässt daraus ein harmonisch fließendes Ganzes entstehen, was klar zu den ganz großen Stärken dieses Schallwandlers gehört. Die Aufmerksamkeit des Hörers wird nicht durch klangliche Effekte geleitet, sondern der Hörer kann mühelos der Musik folgen. Das liegt auch an der holographischen Abbildung, die Triangle verschwindet fast vollständig aus dem Klangbild. Die Musiker sind weiträumig, vor allem in die Tiefe, wirklich gut gestaffelt. Mit dieser Performance erspielt sich die Australe EZ in dieser Preisklasse eine wirkliche Spitzenposition.

Gutes Beispiel: statt der üblichen Blechbrücken sitzen im Bi-Wiring-Terminal der Triangle solide Kabelbrücken.