Für die Aufstellung stehen wahlweise Gummifüße oder Spikes zur Verfügung. Da beides im Lieferumfang enthalten ist, kann man in Ruhe Vergleiche anstellen.

Auffällig an der Australe ist der mit 16,5-Zentimeter-Durchmesser wirklich große Mitteltöner. Er verfügt über eine mehrfach versteifte Papiermembran, die hart eingespannt ist. Laut Triangle spielten hier technische Argumente die kleinere Rolle, vielmehr ging es darum in diesem wichtigen Frequenzbereich eine natürliche Wiedergabe zu ermöglichen. Auch bei der Frequenzweiche gehen die Franzosen unkonventionelle Wege, denn sie arbeitet mit unterschiedlichen Flankensteilheiten. Während zwischen Tief- und Mittelton mit 18 Dezibel/Oktave gearbeitet wird, sind es zwischen Mittel- und Hochtöner 24 Dezibel/Oktave. Für den Anschluss der Lautsprecherkabel steht ein solides Bi-Wiring-Terminal zur Verfügung, das sowohl Kabelschuhe als auch Bananenstecker zur Kontaktierung akzeptiert.

Horch, was auf der Rückseite tönt

Bei Lautsprechersystemen, die auch rückwärtig Schall abstrahlen, beschleicht den ein oder anderen das Gefühl, dass die Aufstellung kompliziert werden könnte. Im Falle der Australe EZ ist das kein Thema. Natürlich reagiert sie auf unterschiedliche Winkel durch Veränderung der räumlichen Perspektive, aber sie tut das linear. Bedeutet, man kann sich durch Experimentieren dem Wunschzustand kontinuierlich nähern. Es ist folglich nicht so, dass nach zwei Schritten in die richtige Richtung plötzlich drei zurück erfolgen. Bei der Ankopplung an den Boden haben wir uns für die Gummifüße entschieden. Obwohl sie nicht ganz so präzise wie die Spikes Ortbarkeit ermöglichen, lieferten sie in unserem Hörraum aber die feinere Tieftonwiedergabe. Die Prozedur der korrekten Aufstellung nimmt zwar Zeit in Anspruch, lohnt sich aber bei dieser Französin vollends.

Angesteuert vom Audionet SAM G2, der mit dem Plattenspieler Clearaudio Anniversary und dem Marantz SA-KI Pearl zusammen arbeitete, starteten wir den Hörtest. Der schwedische Bassist Björn Meyer hat 2017 sein Album »Provenance« veröffentlicht. Musik, die als geniale Begleitung des eigenen Kopfkinos dienen kann, wenn sie glaubhaft wiedergegeben wird. Es sind die leisen Töne, die zu einem eingängigen Geflecht werden und so aus dem Alltag entführen. Die Australe EZ schafft zunächst einen wirklich großen Raum für die Abbildung, die aber nicht alleine durch seine Dimension besticht, sondern vielmehr durch das vernehmbare Luftvolumen. Filigranes Gitarrenspiel kommt bei ihr viel eher durch die Klangfarbe des Instruments als durch spektakuläre Zupfgeräusche zur Geltung. Es ist ein Leichtes, der Melodie zu folgen, sich der Musik hinzugeben. Auskurieren können sich mit dieser eleganten Reproduktion Zeitgenossen, die einen nervösen »Skip-Finger« besitzen. Es besteht keine Notwendigkeit zum nächsten Titel zu zappen, sondern es lohnt sich das Verweilen. Das ist High End in Reinkultur.