Für mich wird ein Berlin-Besuch erst dann perfekt, wenn ich mit Muße durch die Vinylabteilung des Kulturkaufhauses Dussmann in der Friedrichstraße schlendern kann. Zum einen begeistert mich die Sortimentsbreite, die zum Stöbern zwischen Schallplatten von gestern und heute sowie interessanten Neuheiten einlädt, und zum anderen die Wertschätzung, die dem Thema Vinyl hier offensichtlich zuteil wird. Krönung des angebotenen Sortiments an ebenfalls käuflich zu erwerbenden Plattenspielern ist ein Transrotor MAX. Ein Punkt, der Vertrauen schafft, denn schließlich gehört die Manufaktur aus Bergisch Gladbach zu den führenden Anbietern hochqualitativer, zuverlässiger und hervorragend klingender Plattenspieler. Ergänzt wird dieses Sortiment jetzt vom neuen, rund 20 Kilogramm schweren Massimo Nero, dessen modernes Design äußerst ansprechend ist.

Was auf den ersten Blick gar nicht ins Auge sticht, ist die mögliche Ausstattungsbandbreite dieses Laufwerks. Bei Bedarf lassen sich auf dem Massimo Nero nämlich bis zu vier Tonarme montieren. Für noch präziseren Gleichlauf kann ein optionaler zweiter Motor angeschlossen werden. Natürlich kann man diesen Plattenspieler auch gleich vollaufgerüstet erwerben, aber für viele ist eine Step-By-Step-Erweiterung reizvoller. Wir haben uns für die goldene Mitte entschieden und den Massimo Nero mit dem Netzteil Konstant Eins und dem Transrotor-Tonarm TRA Studio ausrüsten lassen, an dessen Headshell das Merlo Reference montiert war. Eine weitere Tonarmbasis war mit dem Transrotor RB800 und dem MM-Tonabnehmer Uccello Reference bestückt. Auf dem Papier liest sich diese Kombi wie das »kleine Besteck«, während die große Lösung das »Sonntagsgeschirr« darstellt. Das gilt allerdings nicht in Bezug auf Klangqualität und Spielfreude, wie die Tests in der Praxis gezeigt haben.

Polyoxymethylen ist ein Thermoplast, welches sich durch Festigkeit, Härte und Steifigkeit auszeichnet. Plattenteller und Chassis des Massimo Nero sind aus diesem Werkstoff gefertigt, dessen Kurzform POM inzwischen auch geläufig ist. Sowohl die Füße als auch die oberen Abdeckungen sind aus Edelstahl. Zur Montage einer Tonarmbasis wird eine der oberen Abdeckkappen entfernt und die vorhandene gegen die zur Basis gehörende Gewindestange getauscht. Natürlich kann das ein Transrotor-Fachhändler erledigen, aber man bringt sich um die Freude, die einem die mechanische Perfektion bereitet, wenn man das selbst in die Hand nimmt. Das gilt auch für den Tonarm TRA Studio, den es als 9- und 12-Zoll-Ausführung gibt. Mit zwei Schrauben lässt sich die Höhe des Tonarms, der VTA, präzise einstellen. Das funktioniert vor allem angstfrei, weil sich der Tonarm nicht einfach in die Tiefe der Basis verabschiedet. Die Antiskating-Einstellung erfolgt über einen Drehknopf und ist mit größter Genauigkeit dosierbar. Bei aller Komplexität der Materie ist der Massimo Nero also in einfachen Schritten spielbereit. Warum jetzt noch einen zweiten Tonarm montieren?

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