Als ich mir in den 80er-Jahren noch als Schüler meinen Plattenspieler-Traum erfüllen wollte, endete meine Suche bei einem Thorens TD 320 – dem ersten Modell, bei dem Thorens die bisher verwendeten Schraubenfedern des Subchassis durch Blattfedern ersetzt hatte. Mein TD 320 war damals mit einem Empire-Tonabnehmer MC5M bestückt, und diese Kombination bedeutete über viele Jahre klangliches Glück. Der letzte i-fidelity.net-Testbericht eines Thorens-Plattenspielers, des TD 309, liegt inzwischen rund zwölf Jahre zurück, und seitdem hat sich hinter den Kulissen des Traditionsherstellers eine Menge getan. Im April 2018 übernahm der vormalige Denon- und Elac-Geschäftsführer Gunter Kürten das Unternehmen, holte Thorens zurück nach Deutschland und erklärte: »Ich fühle mich der Tradition von Thorens zutiefst verpflichtet und sehe meine Aufgaben auch darin, dieses Juwel weiterzuentwickeln.« Fünf Jahre später steht nun der TD 1500 im i-fidelity.net-Hörraum – und wir wollen testen, ob er diesen Anspruch erfüllen kann.
Trotz des modernisierten Designs erkennt man sofort, dass es sich bei dem neuen, manuell zu bedienenden TD 1500 um einen Thorens-Plattenspieler handelt. Ganz vorneweg ist es der Drehzahl-Wahlschalter, der als Erkennungszeichen dient. Die umlaufende, aus MDF gefertigte Zarge ist in den Hochglanz-Ausführungen Schwarz oder Walnuss erhältlich. Serienmäßig wird auch eine Staubschutzhaube mitgeliefert. Das ist kein zu vernachlässigender Aspekt, wenn man keine Lust hat, ein abdeckungsfreies Laufwerk ständig mit einem Fotopinsel vom Staub zu befreien. Die Rückseite des TD 1500 offenbart dann eine Überraschung, denn neben dem Anschluss für das 12-Volt-Netzkabel und den Cinchausgängen findet sich dort auch ein symmetrischer XLR-Ausgang, der zwar insbesondere bei der Verwendung eines MC-Tonabnehmers Sinn macht, in dieser Preisklasse aber eher ungewöhnlich ist.
Apropos Tonabnehmer: Thorens spendiert dem TD 1500 das MM-System Ortofon 2 M Bronze, was alles andere als die ansonsten übliche »Günstig-Lösung« darstellt. Das 7,2 Gramm wiegende System ist an der SME-kompatiblen Headshell vormontiert, was ab Werk tadellos erledigt wurde. Der Besitzer des TD 1500 muss also nur noch die Auflagekraft von 1,5 Gramm einstellen. Clever und ästhetisch gelöst ist die Anti-Skating-Funktion: Statt eines pendelnden Gewichts zum Ausgleich der Skatingkraft hinten am Tonarm besitzt der TD 1500 ein verschiebbares Gewicht in der Armbasis, das an einem über ein Rubinlager geführten Nylonfaden aus einer Mulde angehoben wird. Der richtige Wert lässt sich mit Hilfe der Skalierung einstellen. Da fällt nichts herunter, da stößt man nicht dagegen – das funktioniert einfach perfekt. Bei dem in der Höhe verstellbaren Tonarm TP 150 gefällt mir der ausreichend lange Lifthebel, sodass das Absenken und Anheben des Arms gefühlvoll vonstatten gehen kann.