Mit der für den SR-X1 neu entwickelten Treibereinheit führt Stax erstmalig im Einstiegssegment runde Elektrostaten ein, diese Bauform ist auch beim SR-009S sowie beim neuen Spitzenmodell SR-X9000 zu finden. Eine weitere Neuerung des SR-X1 betrifft die Implementierung des Treibers in das Gehäuse: Der Montagerahmen ist direkt mit der Innenseite der Schalen verbunden, was die Präzision der Abbildung besonders hinsichtlich der Fokussierung steigern soll. Ein hohes Maß an Präzision verspricht der SR-X1 ohnehin aufgrund seiner hauchdünnen Folienmembrane, da sie ermöglichen, die Schallwandlung mit einem Minimum an bewegter Masse zu bewerkstelligen. Um das Gewicht des Kopfhörers insgesamt geringzuhalten, haben die Ingenieure unter anderem besonderes Augenmerk auf die Bügelkonstruktion gerichtet. Deren Elemente werden aus Aluminium hergestellt und sind sehr dünn gehalten; auch um das Resonanzverhalten zu optimieren. Gleichzeitig wurde die Form der Rahmenstruktur gegenüber früheren Einstiegsmodellen modifiziert, um eine hohe Steifigkeit zu erzielen, die nach Auffassung der Entwickler signifikanten Einfluss auf den Klang hat.
Die Ohrpolster werden aus einem neu entwickelten Memory-Schaum geformt und sind dort, wo sie Kontakt zur Haut haben, mit echtem Schafleder bezogen, während für die anderen Bereiche strapazierfähiges Kunstleder verwendet wird. Das mitgelieferte Flachkabel zum Anschluss des Kopfhörers hat eine Länge von zweieinhalb Metern, wobei andere Längen auf Anfrage verfügbar sind. Es ist verstärkerseitig mit einer 5-poligen DIN-Buchse ausgestattet, die auch eingesetzt wird, um die Verwendung mancher alter Treiberverstärker auszuschließen, die einen 6-poligen DIN-Eingang haben und eine Betriebsspannung von 230 Volt bereitstellen. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass sich Stax vor etlichen Jahren von der niedrigeren Spannung verabschiedet hat, der SR-X1 benötigt wie alle aktuellen Modelle eine Polarisationsspannung von 580 Volt. Für alle, die bislang nicht tiefer in die Materie eingestiegen sind, sei noch einmal deutlich dieser Hinweis gegeben: Elektrostatische Kopfhörer können nur im Verbund mit einem Treiberverstärker betrieben werden, der eben diese Polarisationsspannung liefert.
Infolgedessen ist gleichzeitig der ebenfalls neue SRM-270S hier vorstellig, der sich in erster Linie im Bundle mit dem SR-X1 empfiehlt. Der deutsche Vertrieb ATR bietet dieses Duo derzeit zusammen unter der Bezeichnung »SRS-X1000« für 1.250 Euro an, was gegenüber dem separaten Kauf von Kopfhörer und Treiberverstärker eine Ersparnis von immerhin 125 Euro bedeutet.
Der SRM-270S hat ein vollständig aus Aluminium hergestelltes Gehäuse, wobei das Frontpaneel in einer Stärke von drei Millimetern ausgeführt ist. Obgleich sich sein Platzbedarf sehr bescheiden ausnimmt, haben die Ingenieure die Möglichkeiten, das Gehäuse zu miniaturisieren, nicht bis Ultimo ausgeschöpft, um eine effektivere Wärmeableitung zu erreichen. Eingangsseitig beschränkt sich das Einstiegsmodell auf einen mit RCA-Buchsen bestückten Analogeingang – fair enough. Dieser wird an den Tape-Ausgang eines Vor- oder Vollverstärkers oder an den Vorstufenausgang eines Vorverstärkers angeschlossen; die jeweiligen Quellen werden dann wie gewohnt am Verstärker geschaltet. Wer es puristisch mag, kann außerdem natürlich Tonquellen wie Plattenspieler beziehungsweise Phonovorstufen oder D/A-Wandler direkt an den Treiberverstärker anschließen. Darüber hinaus verfügt der SRM-270S über einen parallel geschalteten Ausgang, der auch dann eine komfortable Einbindung des Kopfhörersystems in die Anlage ermöglicht, wenn der verwendete Vor- oder Vollverstärker keinen Kopfhörerausgang und somit keine Umschaltmöglichkeit zwischen Kopfhörer und Lautsprechern aufweist. Ein präzise laufender Drehregler ermöglicht eine sehr feinfühlige Regelung der Lautstärke; bei der Verstärkerschaltung des SRM-270S kommt in der Eingangsstufe ein rauscharmer FET zum Einsatz, während die Ausgangsstufe als Emitterfolger mit Bürsten am Kollektor realisiert ist.